Stuttgart-21-Projektpartner beschließen verbesserten Airport-Anschluss

21.04.2015 - 10:12 0 Kommentare

Die Stuttgart-21-Partner ziehen neuerdings an einem Strang. Es geht nicht mehr um grundsätzliche Fragen, sondern um Veränderungen an bisherigen Planungen. So wird zum Beispiel der Anschluss an den Flughafen Stuttgart verbessert.

Der Airport in Stuttgart - © © Flughafen Stuttgart -

Der Airport in Stuttgart © Flughafen Stuttgart

"Konstruktiv-kritisch und vertrauensvoll" - so charakterisieren die Partner des Bahnprojekts Stuttgart 21 nach der jüngsten Lenkungskreis-Sitzung ihr Verhältnis. Deutliches Zeichen sei die von ihnen unterzeichnete Absichtserklärung für einen verbesserten Airport-Anschluss des Milliarden-Vorhabens, erklärten Vertreter von Land, Bahn und Region Stuttgart jetzt in Stuttgart. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sprach von "deutlichen Verbesserungen", für die sich alle bewegt hätten; Bahnvorstand Volker Kefer nannte die Einigung ein Beispiel für gute Zusammenarbeit.

In dem Papier bekennen sich die Finanziers zum Bau eines dritten Gleises am Terminal-S-Bahnhof für 80 Millionen Euro. Mit dem Halt sollen der S-Bahn- und der Fernverkehr entzerrt werden. "Befürchtete S-Bahn-Engpässe werden weitgehend aufgelöst", erläuterte Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne). Das grundsätzliche Problem des Mischverkehrs auf der Zuführung zum Airport bleibt zum Unmut der Gemeinde Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) aber bestehen.

Bessere Anreise aus dem Süden

Ein weiteres Element der Vereinbarung ist ein neuer Umsteigebahnhof im Stuttgarter Stadtteil Vaihingen, wo Reisende aus dem Süden des Landes mit Ziel Flughafen auf eine S-Bahn zum Airport wechseln können sollen. Hinzu kommen Umbauten an der sogenannten Rohrer Kurve, so dass Züge durch einen erweiterten Tunnel an den Vaihinger Halt gelangen oder kreuzungsfrei auf die Strecke zum Airport einmünden können. Für beide Maßnahmen veranschlagt das Land jeweils fünf Millionen Euro aus der eigenen Schatulle. Nach Worten Hermanns hat das grün-rote Kabinett bereits grünes Licht gegeben.

© dpa, Daniel Maurer Lesen Sie auch: Drittes Gleis am Stuttgarter Flughafen kommt

Zu den 80 Millionen Euro steuern die Region 20 Millionen Euro - daran ist über eine Umlage auch die Stadt Stuttgart beteiligt - und die Bahn 60 Millionen Euro bei. Regionaldirektorin Nicola Schelling lobte die durch das dritte Gleis entstandene Zukunftsoption, Züge aus Böblingen und Herrenberg ins Neckartal durchbinden zu können: "Für uns ist ein Tag der Freude heute."

Unterm Strich nimmt die Bahn nach Auskunft von Konzernvorstand Kefer nur 30 Millionen Euro zusätzliche Eigenmittel in die Hand. Das restliche Geld erhält sie nach der Vereinbarung durch zusätzliche Bestellungen des Landes für Nahverkehrsleistungen. Er betonte: "Diese Finanzierung ist nicht Teil von Stuttgart 21." Es handele sich um einen eigenständigen Vertrag für ein Zusatzprojekt, so dass dadurch die Projektkosten von bis zu 6,5 Milliarden Euro nicht erhöht würden.

Die Landtags-FDP kritisierte, mit den zugesagten Bestellungen erwecke Hermann den Schein, den Kostendeckel des Landes von 930 Millionen Euro für Stuttgart 21 zu wahren. Er bestelle munter Zugverbindungen, für die möglicherweise gar kein Bedarf bestehe.

© Flughafen Stuttgart, Lesen Sie auch: Gäubahn soll später an Stuttgarter Flughafen angebunden werden

Die Bahn diskutiert derzeit mit dem Eisenbahnbundesamt (EBA) eine Teilung des Streckenabschnittes rund um den Landesflughafen. Grund: Die Veränderungen dürften nicht den Anschluss des Stuttgarter Zentrums über den Fildertunnel und den Flughafen mit der Schnellbahnstrecke nach Ulm verzögern. Deshalb erwägt der Konzern, für die Umplanungen ein separates Planänderungsverfahren zu beantragen.

So bestehe die Aussicht auf die planmäßige Inbetriebnahme der Schnellbahnstrecke nach Ulm 2021, erläuterte Kefer. Während die Arbeiten auf der Trasse Wendlingen-Ulm planmäßig liefen, bewegten sich die Planungen rund um den Flughafen auf einem "zeitkritischen Pfad". Für diesen Abschnitt versucht die Bahn seit 2002 eine Baugenehmigung vom EBA zu bekommen.

Von: dpa
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