Stuttgart 21: Landesminister setzt bei Konflikt um Flughafen-Halt auf Gespräche

08.12.2014 - 16:45 0 Kommentare

Gedankenspielen, die Bahn könne ihre Züge am Flughafen Stuttgart vorbei schicken und die Anbindung auf unbestimmte Zeit verschieben, hat jetzt der baden-württembergische Verkehrsminister eine Absage erteilt. Bei anderen Fragen setzt er auf Gespräche.

Winfried Hermann, Minister für Verkehr und Infrastruktur im Land Baden-Württemberg. - © © Bündnis 90-Die Grünen -

Winfried Hermann, Minister für Verkehr und Infrastruktur im Land Baden-Württemberg. © Bündnis 90-Die Grünen

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) will sich Zeit nehmen für einen möglichst optimalen Anschluss von Stuttgart 21 an die Neubaustrecke nach Ulm. «Schnelle Antworten gibt es nicht», sagte er in Stuttgart mit Blick auf die Diskussion um den FilderbahnhofPlus am Flughafen. Es gelte, eine fahrgast- und S-bahnfreundliche Lösung zu finden, und dafür müsse man sich Zeit nehmen. Auch der Bund als Eigentümer der Bauherrin Bahn müsse dafür Verantwortung übernehmen. Allerdings gebe es noch keinen Termin bei Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Der Bund gehöre zum Lenkungskreis der Projektpartner, sei aber bei dessen Sitzungen nie dabei gewesen.

Eine Absage erteilte Hermann Gedankenspielen, die Bahn könne ihre Züge am Flughafen vorbei schicken und die Anbindung von Stuttgart 21 an den Flughafen auf unbestimmte Zeit verschieben. «Schließlich hat der Flughafen, dessen Aufsichtsratsschef ich bin, 360 Millionen Euro dafür bezahlt, dass der Halt am Airport zeitgleich mit der Neurodnung des Bahnknotens in Stuttgart und der Neubaustrecke nach Ulm fertig wird.»

Die Finanziers, darunter neben Land und Bahn auch Stadt und Verband Region Stuttgart, hatten kürzlich beschlossen, Gespräche mit dem Bund über die Plus-Variante aufzunehmen, die laut Bahn 224 Millionen Euro teurer ist als die bisherige Antragstrasse. Einzig der Verband Region Stuttgart hatte eine Zahlung von zusätzlichen fünf Millionen Euro in Aussicht gestellt. Hermann sagte dazu: «Mit dieser Summe kann man da oben gar nichts wuppen.»

© dpa, Bernd Weißbrod Lesen Sie auch: Stuttgart 21: Kein Geld für veränderte Flughafenanbindung

Hermann hält es für möglich, dass am Ende doch nur die Antragstrasse realisiert werden kann. Auch eine neue Option mit einem dritten Gleis für die Gäubahnzüge in der bisherigen S-Bahnstation sei technisch schwer umzusetzen und löse auch nicht die problematische Doppelnutzung der S-Bahn-Gleise. Als Zeithorizont für eine endgültige Entscheidung gab Hermann die nächste Lenkungskreis-Sitzung im April an.

Von: dpa
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