Gutachten vorgestellt Studie zu norddeutschem Luftverkehrskonzept

20.04.2012 - 10:10 0 Kommentare

Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturministerium hat ein Gutachten vorgestellt, das Ausgangspunkt für die Entwicklung eines norddeutschen Luftverkehrskonzeptes sein soll. Der Flughafen Rostock soll dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Passagiere laufen am Flughafen Rostock-Laage durch eine Fluggastbr - © © dpa - Jens B

Passagiere laufen am Flughafen Rostock-Laage durch eine Fluggastbr © dpa /Jens B

Die Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein wollen gemeinsam Leitlinien für die Weiterentwicklung des Luftverkehrs in Norddeutschland erstellen. "Der sehr gut aufgestellte norddeutsche Luftfahrtstandort muss erhalten bleiben und ist bedarfsorientiert zu stärken", teilte das Ministerium am Donnerstag in Schwerin weiter mit. Dies könne "nur in der Gemeinschaft der Länder geschafft werden." 

Das Schweriner Infrastrukturministerium veröffentlichte die Untersuchung am Donnerstag. Bisher nutzen die meisten Fluggäste aus Mecklenburg-Vorpommern die Airports in Hamburg oder Berlin. Der Flughafen Rostock-Laage ist dagegen eher ein Incoming-Flughafen und damit wichtig für die Tourismus-Region. Dennoch sei der Flughafen dringend auf eine Steigerung der Passagierzahlen angewiesen.

Der Flughafen in Rostock-Laage braucht der Studie zufolge mindestens eine tägliche Verbindung zu einem internationalen Luftdrehkreuz, um für Passagiere aus dem Land attraktiver zu werden. Flughafen und Politik seien gefordert, sich für eine ganzjährige tägliche Verbindung von Rostock nach Frankfurt/Main intensiv einzusetzen, heißt es in einem Gutachten für ein norddeutsches Luftverkehrskonzept, das die Verkehrsminister der Nordländer bei der Firma Uniconsult in Hamburg in Auftrag gegeben hatten.

Die Linien dürfe aber nicht subventioniert werden, warnen die Gutachter. Dann sähe sich die betreffende Fluggesellschaft nicht unter Druck, für genügend Passagiere zu werben. Diese Erfahrung sei zum Beispiel mit der bis 2009 existierenden täglichen Verbindung nach München gemacht worden. Wenn es gelinge, den Airport Laage besser als Zubringer zu etablieren und mehr Touristenflüge zu organisieren, könne die Zahl der Passagiere von jetzt 224.000 (2011) auf 800.000 im Jahr 2030 steigen.

Für den Flughafen Heringsdorf sehen die Gutachter gute Entwicklungschancen als Zielort von Ostsee-Ferienflügen. Bis zum Jahr 2030 könnten die Fluggastzahlen auf rund 40.000 verdoppelt werden. Bis zu 70.000 Passagiere seien möglich, wenn Pauschalflugreisen organisiert würden.

Dem Flughafen Parchim bescheinigt die Studie gute Voraussetzungen für den Luftfrachtverkehr dank der 3000 Meter langen Start- und Landebahn und der Nachtflugerlaubnis. Eine genauere Zukunftsprognose geben die Gutachter nicht ab. "Inwiefern das Verkehrsvolumen zukünftig steigt, ist aktuell unklar", heißt es. Der Flughafen wurde 2008 an einen chinesischen Investor verkauft, der aktuell einen neuen Tower errichtet.

Der kleine Ostseeflughafen Stralsund-Barth könnte der Untersuchung zufolge künftig Bedeutung für die Offshore-Industrie erlangen. Die Windräder auf See müssten regelmäßig gewartet werden, wozu auch Helikopter eingesetzt würden. Allerdings müsse es gelingen, das Ruhebedürfnis der Urlauber mit dem Luftverkehr zu vereinbaren. Hierfür müssten geeignete An- und Abflugrouten definiert werden, heißt es.

Link zur Studie: Gutachten Luftverkehrskonzept (PDF, 7,1 MB)

 

Von: dpa, dapd
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