Studie: Standortbedingungen in Deutschland vergleichsweise schlecht

17.03.2014 - 18:15 0 Kommentare

Luftverkehrswirtschaft und Gewerkschaften haben in Berlin eine neue Studie zur Wettbewerbsfähigkeit der Branche vorgestellt. Deutsche Player müssen demnach international "mit Fußfesseln" operieren.

Die Studie von Handelsblatt Research zeigt fünf Determinanten der Wettbewerbsfähigkeit bei Fluggesellschaften. - © © Handelsblatt Research -

Die Studie von Handelsblatt Research zeigt fünf Determinanten der Wettbewerbsfähigkeit bei Fluggesellschaften. © Handelsblatt Research

Eine Studie des Handelsblatt Research Institute im Auftrag des Luftfahrt-Dachverbandes BDL sowie der Gewerkschaften Verdi, Vereinigung Cockpit und UFO kommt zu dem Schluss, dass der Wettbewerb im internationalen Luftverkehr zunehmend verzerrt werde. Vor allem die deutsche Luftfahrt könne nur noch "mit Fußfesseln" am internationalen Wettbewerb teilnehmen.

Die Untersuchung der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Wettbewerbsfähigkeit im Luftverkehr zeige, dass die Standortbedingungen in Deutschland für die deutschen Fluggesellschaften und Flughäfen Wettbewerbsnachteile im internationalen Vergleich darstellten.

„Der Wettbewerb im internationalen Luftverkehr wird zwar global ausgetragen, doch es sind vor allem die geltenden Rahmenbedingungen in den Heimatländern, die darüber entscheiden, wer im Wettbewerb bestehen kann“, sagt BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch. Die Bundesregierung müsse mit einem neuen Luftverkehrskonzept wieder für faire Rahmenbedingungen für die deutsche Luftfahrt sorgen, so Siegloch.

Als Beispiele für Wettbewerbsnachteile für die deutsche Luftverkehrswirtschaft werden die nationalen Luftverkehrsteuer, die Ausgestaltung des EU-Emissionshandels und die Betriebszeitenbeschränkungen von Flughäfen genannt. Auch die Arbeits- und Sozialstandards in den Herkunftsländern der Airlines seien mitausschlaggebend für die ungleichen Wettbewerbsbedingungen in der Luftfahrt, so die Studie. Tarifliche und gesetzliche Arbeits- und Sozialstandards seien Grundwerte der deutschen Gesellschaft, die es zu erhalten gelte, fordert der Präsident der Vereinigung Cockpit Ilja Schulz. „Mit unfairen Wettbewerbsbedingungen werden diese zu unser aller Schaden zerstört, deshalb muss die Politik jetzt handeln.“ Angesichts der Probleme in der deutschen Luftverkehrsbranche hatten Arbeitnehmervertreter und Arbeitgeber beschlossen, ihre Positionen stärker gemeinsam gegenüber der Politik zu vertreten. Ende Februar gab es bereits in Berlin erstmals einen gemeinsamen Parlamentarischen Abend zum Thema Luftverkehr.

Link: Studie herunterladen (PDF, 6 MB)

Von: airliners.de mit BDL
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Ryanair Maschine in Frankfurt-Hahn Tarifverhandlungen am Flughafen Hahn beginnen

    Am Hunsrück-Airport Hahn beginnen die Tarifverhandlungen für die rund 300 Beschäftigten. Das, was die Gewerkschaften fordern und das, was der Arbeitgeber bietet, liegt zum Auftakt naturgemäß sehr weit auseinander.

    Vom 09.11.2017
  • Passagiere der Lufthansa Studie sieht Potential in Abschaffung der Luftverkehrssteuer

    Die Abschaffung der Luftverkehrssteuer würde sich selbst finanzieren. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) nun zusammen mit dem europäischen Airlineverband Airlines for Europe (A4E) präsentiert hat.

    Vom 24.10.2017
  • Bei Air Berlin ist die Luft raus. Reaktionen zur Air-Berlin-Übernahme

    Lufthansa übernimmt große Teile der Air Berlin. Verdi mahnt, dass allen Mitarbeitern eine Perspektive geschaffen werden müsse. Auch Monopolkommissionschef Wambach und Berlins Bürgermeister Müller äußern sich.

    Vom 13.10.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus