Gute Noten für die Luftfahrt Studie relativiert Fluglärm-Debatte

02.11.2011 - 17:16 0 Kommentare

Selbst in Flughafenregionen fühlt sich die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung nicht von Fluglärm gestört. Das geht aus einer BDL-Studie der Forschungsgruppe Wahlen hervor. Auch generell stellen die Deutschen dem Luftverkehr gute Noten aus. Trotz einer herben Fehleinschätzung.

Ergebnisse der BDL-Studie "Wie sehen die Deutschen das Fliegen"

Ergebnisse der BDL-Studie "Wie sehen die Deutschen das Fliegen"
© BDL

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© BDL

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© BDL

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© BDL

Demonstration gegen BBI-Flugrouten

Demonstration gegen BBI-Flugrouten
© dpa - Georg-Stefan Russew

Die große Mehrheit der Deutschen fühlt sich von Fluglärm nicht gestört. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen, die der Bundesverband der Luftverkehrswirtschaft (BDL) als Auftraggeber gestern vor Journalisten des Luftfahrt Presseclubs in Berlin vorgestellt hat.

Die Umfrage zum generellen Thema "Wie sehen die Deutschen das Fliegen" wurde im August erhoben und beinhaltete auch Fragen zur damals bereits in der breiten Öffentlichkeit diskutierten Fluglärmdebatte.

Demnach fühlen sich insgesamt vier Prozent der Deutschen stark von Fluglärm gestört. Der Wert sinkt auf drei Prozent, wenn die Befragten nicht in der Nähe eines Flughafens wohnen. Selbst in räumlicher Nähe zu Großflughäfen fühlen sich der Studie zufolge aber "nur" acht Prozent der Befragten von Fluglärm stark gestört.

Gute Noten für die Luftfahrt

Entsprechend ungeachtet der öffentlichen Lärmdiskussion stellen die Deutschen der Luftfahrt gute Noten aus. 70 Prozent der Bevölkerung mit Flugerfahrung nutzt das Flugzeug der Erhebung zufolge gern bis sehr gern. Die Zufriedenheitswerte mit dem letzten Flug liegen sogar bei über 90 Prozent.

Gemäß der guten Erfahrungswerte bevorzugen die Deutschen insgesamt das Flugzeug bei der Wahl des Verkehrsträgers für Reisen. Für junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren ist das Flugzeug mit 51 Prozent sogar mit deutlichem Abstand das beliebteste Reiseverkehrsmittel vor dem Auto (40%) und der Bahn (10%). (Weitere Werte: Siehe Diagramm in der Bilderstrecke oben.)

Im Vergleich zur Bahn und dem Auto führt das Flugzeug der Studie zufolge zudem in Sachen Pünktlichkeit und Sicherheit. Lediglich bei der Bequemlichkeit landet das Flugzeug abgeschlagen auf dem letzten Platz. Der BDL erklärt diesen Umstand vor allem mit den Unannehmlichkeiten durch die Sicherheitskontrollen.

Deutsche halten Flugzeuge für "Spritfresser"

Mit der Studie hat der neue deutsche Luftfahrt-Dachverband allerdings auch ein erhebliches Kommunikationsproblem der Branche aufgedeckt: Die große Mehrheit der Bevölkerung schätzt den Treibstoffverbrauch von Passagierflugzeugen viel zu hoch ein.

Auf die Frage nach dem Verbrauch eines Flugzeugs pro Passagier auf 100 Kilometern schätzten 72 Prozent der Befragten viel zu hohe Werte. Die richtige Antwort - vier Liter - trafen nur 14 Prozent. Fast die Hälfte der Bevölkerung glaubt stattdessen, dass der Spritverbrauch zehnmal höher liege. Ein weiteres Drittel der Befragten unterschätzt die Ökoeffizienz von Verkehrsflugzeugen immerhin noch um den Faktor Fünf.

An dieser Fehleinschätzung in der Bevölkerung müsse der Verband aus Fluggesellschaften, Flughäfen sowie der Flugsicherung arbeiten. Der BDL will dazu auch die Industrie mit ins Boot holen. Tatsächlich verbrauchen die von deutschen Fluggesellschaften eingesetzten Flugzeuge nämlich im Durchschnitt nur 3,99 Liter Kerosin pro Passagier und hundert Kilometer. Der Wert errechnet sich aus dem Jahresgesamtverbrauch der Flotten aller deutschen Fluggesellschaften durch die verkauften Sitzplatzkilometer (RPK) im selben Zeitraum.

Von: airliners.de
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