Studie sieht Potential in Abschaffung der Luftverkehrssteuer

24.10.2017 - 12:23 0 Kommentare

Die Abschaffung der Luftverkehrssteuer würde sich selbst finanzieren. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) nun zusammen mit dem europäischen Airlineverband Airlines for Europe (A4E) präsentiert hat.

Passagiere der Lufthansa - © © Lufthansa Group -

Passagiere der Lufthansa © Lufthansa Group

Die Abschaffung der Luftverkehrssteuer würde sich einer neuen Studie zufolge nicht nur für die Luftverkehrswirtschaft sondern auch für Deutschland lohnen: Für jeden Euro Luftverkehrssteuer, auf den der Staat verzichtet, stehen demnach 1,08 Euro Einnahmen gegenüber. Das ist das Ergebnis der Analyse, die der europäische Airlineverband Airlines for Europe (A4E) bei der Wirtschaftsberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) in Auftrag gegeben hat.

Für das Jahr 2017 geht die Studie von Einnahmen aus der Luftverkehrssteuer von über einer Milliarde Euro aus. Der Studie zufolge würde die Abschaffung allerdings ein so starkes Wirtschaftswachstum entfalten, dass die Steuerausfälle durch zusätzliche Einnahmen aus indirekten Steuereinnahmen mit 108 Prozent überkompensiert.

24,6 Millionen mehr Passagiere bis 2020

Würde die Steuer Anfang 2018 abgeschafft werden, sollen den Angaben nach bereits in den folgenden zwei Jahren 12.300 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Bruttoinlandsprodukt würde den Angaben nach in der Folge deutlich steigen. Für das Jahr 2020 rechnet die Studie mit einem Plus von 4,1 Milliarden Euro. Der Prognose zugrunde liegt ein Wachstum von 24,6 Millionen zusätzlichen Passagieren.

Die Studie schaut auch auf eine mögliche Reduzierung der Steuer. Bei einer Halbierung würden sich demnach ebenfalls positive Effekte zeigen. Pro Euro Steuersenkung stünden allerdings auch dann Mehreinnahmen aus anderen Steuerquellen wie etwa der Einkommenssteuer in Höhe von 1,08 Euro entgegen.

© dpa, Paul Zinken Lesen Sie auch: Warum die Luftverkehrssteuer abgeschafft werden muss Apropos (18)

"Die deutsche Politik kann jetzt nicht weiter die Augen vor der Realität verschließen, wenn einfach offensichtlich ist, welches gesamtwirtschaftliche Potential in einer Abschaffung liegt", sagte Thomas Reynaert, Geschäftsführer von A4E in Berlin. "Mit der nun anstehenden Regierungsbildung im Bund besteht die Chance, dass sich die zukünftige Koalition endlich auf den Abbau dieser Sonderbelastung verständigt", ergänzte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow.

© dpa, Gregor Fischer Lesen Sie auch: Deutsche Luftverkehrspolitik vor ungewisser Zukunft

Von: dh
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