Studie: Mehr Steuereinnahmen als Verlust durch Flughafen Kassel

13.06.2013 - 17:53 0 Kommentare

Der Flughafen Kassel-Calden hat eine neue Studie vorgestellt. Demnach steht 2012 zwar ein Verlust in den Büchern, doch der umstrittene Neubau sorgte zugleich für erhebliche Steuereinnahmen.

Terminal des Flughafens Kassel-Calden

Terminal des Flughafens Kassel-Calden
© Flughafen Kassel-Calden

Passagiere checken am Flughafen Kassel ein

Passagiere checken am Flughafen Kassel ein
© dpa - Uwe Zucchi

Eine Boeing 737 steht auf dem Flughafen Kassel-Calden

Eine Boeing 737 steht auf dem Flughafen Kassel-Calden
© dpa - Uwe Zucchi

Der neue Flughafen Kassel-Calden hat einer selbst in Auftrag gegebenen Studie zufolge 2012 mehr Steuereinnahmen gebracht als er Verlust gemacht hat. Das berichtete der Autor der Untersuchung, Prof. Richard Klophaus vom Zentrum für Recht und Wirtschaft des Luftverkehrs in Worms, am Donnerstag. Demnach wies die Betreibergesellschaft zwar einen Verlust von 6,6 Millionen Euro aus. Der Flughafen habe aber für Steuern in Höhe von 34,4 Millionen Euro gesorgt, sagte er.

Zum Beispiel durch Steuern, die von Mitarbeitern gezahlt wurden: Ende 2012 waren am Flughafen und bei den dort ansässigen Firmen rund 700 Menschen beschäftigt, knapp 120 mehr noch als 2005. Insgesamt hingen vom Flughafen rund 2.170 Arbeitsplätze ab, sagte der Wissenschaftler. Diese Zahl könne bis 2023 auf 4.600 steigen. «Das beruht auf der Prognose, die würde ich als realistisch einschätzen.» Die Prognose geht bis 2023 von jährlich 640 000 Passagieren aus.

„Die Studie ist eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung unseres Flughafens. Sie zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und für die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region eine entscheidende Rolle spielen“, so Maria Anna Muller, Sprecherin der Geschäftsführung Flughafen GmbH Kassel (FGK).

Der Aufsichtsratsvorsitzende der FGK, Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer sagte: „Die Entscheidung für den Aus- und Neubau des Kasseler Flughafens war eine für die Wirtschaft, die verkehrliche Infrastruktur und Bürger in Nordhessen absolut richtige und notwendige Entscheidung. Die Nachfrage nach Luftverkehr und damit die wirtschaftliche Basis für den Flughafenausbau ist hier mehr als an vielen anderen Orten in Deutschland gegeben.“ Dass der Flugverkehr von Kassel-Calden aus sich zunächst einmal über mehrere Jahre hinweg langsam entwickeln müsse, sei den Eigentümern von Anfang an klar gewesen.

Der 271 Millionen Euro teure Flughafen war im April eröffnet worden. Kritiker bemängeln die Baukosten und eine mangelnde Auslastung. Derzeit hat der Flughafen durchschnittlich knapp 2500 Flugbewegungen - darunter rund 30 große Flieger - pro Monat. Das sind in etwa so viele wie am alten Verkehrslandeplatz Calden.

Klophaus berichtete, auch andere Regionalflughäfen hätten Startschwierigkeiten gehabt, aber die Zehnjahres-Ziele dennoch erreicht. «Was uns wichtig ist, sind die langfristigen Perspektiven», betonte Schäfer. Sollte die Prognose eintreffen, erwartet Klophaus weitere 725 Arbeitsplätze rund um den Flughafen. Nicht eingerechnet seien die Effekte des Gewerbegebiets, das auf dem alten Flughafen entsteht.

Von: dpa, airliners.de
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