Studie beschäftigt sich mit Depressionen bei Piloten

15.12.2016 - 13:35 0 Kommentare

Jeder zehnte Pilot zeigt Anzeichen für eine Depression. Das ist das Ergebnis einer Harvard-Studie. Bei der Online-Umfrage sind rund 3500 Piloten anonym befragt worden.

Boeing 747-8-Flugsimulator der Lufthansa in Frankfurt - © © dpa - Fredrik Von Erichsen

Boeing 747-8-Flugsimulator der Lufthansa in Frankfurt © dpa /Fredrik Von Erichsen

Hunderte Piloten weltweit könnten einer Studie zufolge an Depressionen leiden, aber aus Angst vor Problemen im Job keine Hilfe suchen. Bei mehr als jedem zehnten Pilot, der an einer anonymen Online-Studie der Elite-Universität Harvard teilnahm, seien Anzeichen für eine Depression erkennbar, berichteten die Forscher. Ihre Studie veröffentlichten sie im Fachjournal "Environmental Health".

"Wir haben herausgefunden, dass viele Piloten, die derzeit fliegen, mit depressiven Symptomen kämpfen und es könnte sein, dass sie keine Hilfe suchen, weil sie Angst vor negativen Auswirkungen auf ihre Karriere haben", sagte der Hauptautor der Studie, Assistenzprofessor Joseph Allen. "Es gibt einen Schleier der Verschwiegenheit um psychische Probleme im Cockpit." Wegen des Stigmas um das Thema sei die Forschung nicht einfach.

Rund 3500 Piloten haben bei der Umfrage mitgemacht, darunter auch welche aus Deutschland. Die Wissenschaftler haben eigenen Angaben zufolge die Teilnehmer mit Hilfe von Gewerkschaften, Fluggesellschaften und Flughäfen rekrutiert.

Piloten werden strenger kontrolliert

Weltweit leiden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 350 Millionen Menschen an Depressionen. Ein psychisch kranker Co-Pilot hatte im März des vergangenen Jahres eine Germanwings-Maschine in den französischen Alpen absichtlich zum Absturz gebracht. Dabei waren alle 150 Insassen der Maschine getötet worden.

Der Bundestag beschloss daraufhin die Einführung von strengeren Alkohol- und Drogentests sowie einer flugmedizinischen Datenbank. Flugmediziner können sich so besser über vorangegangene Untersuchungen informieren. Damit soll verhindert werden, dass Piloten von einem Arzt zum nächsten gehen, bis ihnen einer bescheinigt, dass sie gesund sind und fliegen dürfen.

© dpa, Fredrik Von Erichsen Lesen Sie auch: Bundestag beschließt strengere Piloten-Kontrollen

Von: ch, dpa-AFX
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Pilot im Airbus-Cockpit. Der Arbeitsmarkt für Piloten nach Air Berlin

    Gastbeitrag Die Zahl der arbeitslosen Piloten ist nach der Air-Berlin-Pleite sprunghaft angestiegen, aber erholt sich schnell, analysiert Eckhard Bergmann und stellt fest, dass dadurch jedoch auch viele Privilegien wegfallen.

    Vom 15.08.2018
  • Einmal im Monat veröffentlicht die Luftrechts-Expertin Nina Naske auf airliners.de eine neue Kolumne. Alle Luftrechts-Folgen lesen. Sky Marshals: Wer trägt die Kosten?

    Luftrechtskolumne (66) Die Lufthansa wollte nicht länger Extrakosten für Sky Marshals der Bundespolizei bezahlen und zog vor Gericht. Der Bundesgerichtshof hat jedoch entschieden: Am Ende trifft's allenfalls die Passagiere, nicht aber die Steuerzahler. Unsere Luftrechts-Kolumnistin Nina Naske kommentiert.

    Vom 28.08.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus