Studie: Billigflieger sind teurer geworden

17.12.2014 - 13:12 0 Kommentare

Wer von einem deutschen Flughafen mit einer Low-Cost-Airline unterwegs ist, muss für ein Ticket tiefer in die Tasche, als vor einem Jahr. Und nicht nur das geht aus einer aktuellen DLR-Studie hervor.

Passagiere bringen am Flughafen in Düsseldorf ihr Gepäck zur Abfertigung.  - © © dpa - Roland Weihrauch

Passagiere bringen am Flughafen in Düsseldorf ihr Gepäck zur Abfertigung. © dpa /Roland Weihrauch

Die von deutschen Flughäfen aus startenden Billigflieger sind nach einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) teurer geworden. Je nach Fluglinie lagen die Durchschnittspreise für einen einfachen Flug im Herbst zwischen 70 und 140 Euro brutto, wie das Forschungsinstitut am Mittwoch berichtete. Im Herbst des vergangenen Jahres hätten sie noch bei 50 bis 130 Euro gelegen.

Insgesamt nutzten im ersten Halbjahr der Studie zufolge knapp 31 Millionen Passagiere Angebote sogenannte Low Cost Carrier. Im Sommerflugplan 2014 bedienten sie insgesamt 722 Strecken in und ab Deutschland - ein Plus von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch verlief die Entwicklung regional sehr unterschiedlich. Die meisten Günstigflieger-Passagiere verzeichneten die Berliner Flughäfen. Auch die Airports Hamburg und Köln/Bonn konnten ihr Passagieraufkommen steigern. Starke Rückgänge gab es dagegen auf Regionalflughäfen wie Weeze oder Hahn, wo sich die gesunkene Präsenz von Ryanair bemerkbar machte.

Germanwings holt gegenüber Air Berlin auf

Während Air Berlin die Angebote zurückfährt, gewinnt Germanwings immer mehr an Bedeutung. Deutlich ins Gewicht fällt die fortschreitende Neustrukturierung bei der Lufthansa-Tochter, heißt es im Bericht. So hat Germanwings in diesem Sommer 63 Prozent mehr Flüge angeboten. Mit insgesamt 2.000 Starts pro Woche nähert sich die Airline, die zahlreiche innerdeutsche und europäische Verbindungen der Lufthansa übernommen hat, immer weiter dem Umfang des Low-Cost-Segments von Air Berlin (2.200 Starts) an, hieß es. Die Berliner Fluggesellschaft kann aber trotzdem ihren Spitzenplatz mit 43 Prozent aller Günstigflüge behaupten.

Marktanteil bleibt stabil bei knapp einem Drittel

Insgesamt vereinigten die sieben größten von der DLR aufgelisteten Anbieter von Flügen im Low-Cost-Segment - Air Berlin, die Lufthansa-Tochter Germanwings, Ryanair, Easyjet, die IAG-Tochter Vueling, Wizz und Norwegian - in diesem Sommer 93 Prozent des deutschen Billigfliegermarktes auf sich. Der Marktanteil der Low-Cost-Carrier im Vergleich zum traditionellen Flugbetrieb sei mit 32 Prozent weitgehend stabil geblieben. Spitzenreiter unter den Flugzielen blieb Italien mit 119 Verbindungen, dicht gefolgt von Spanien.

© dpa, Maja Hitij Lesen Sie auch: Umbau der klassischen Airlines bringt Wachstum bei Billigfliegern

Das Land mit dem größten Billigflugangebot in Europa ist der Studie zufolge weiterhin Großbritannien mit mehr als 10.000 Starts pro Woche - gefolgt von Spanien, Italien und Deutschland. Größter Anbieter von Low-Cost-Flügen in Europa blieb im Untersuchungszeitraum Ryanair vor dem Konkurrenten Easyjet.

Die Verfasser der Studie räumen allerdings ein, dass sich die Geschäftsmodelle der Low-Cost-Anbieter und der traditionellen Airlines bei einigen Anbietern zunehmend vermischen. Dies erschwere die Abgrenzung. Musterbeispiel dafür seien etwa Air Berlin oder Germanwings.

Den kompletten "Low Cost Monitor 2/2014" des DLR gibt es hier.

Von: dpa-AFX, airliners.de
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