Studie: Billig-Flüge sind günstiger geworden

26.05.2015 - 13:11 0 Kommentare

Passagiere einer Low-Cost-Airline, die von deutschen Flughäfen unterwegs sind, mussten im Frühjahr nach einer aktuellen Studie weniger für ihr Ticket zahlen, als vor einem Jahr. Und: Air Berlin hat den Spitzenplatz bei den Billiganbietern eingebüßt.

Abfertigung eines Flugzeugs der Germanwings auf dem Flughafen Hannover. - © © dpa - Ole Spata

Abfertigung eines Flugzeugs der Germanwings auf dem Flughafen Hannover. © dpa /Ole Spata

Billig-Flüge sind im vergangenen Winter deutlich günstiger geworden: Ja nach Fluggesellschaft und Strecke kostete ein Ticktet im Schnitt zwischen 50 und 130 Euro brutto, wie aus einer am Dienstag in Köln veröffentlichten Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt hervorgeht. Im Frühjahr 2014 lag die Preisspanne dagegen noch zwischen 70 und 160 Euro, im Herbst zwischen 70 und 140 Euro brutto.

Zugleich ist die Anzahl der Flugverbindungen der Studie zufolge in der Jahreszeit auf ein neues Rekordhoch geklettert: Fluggäste konnten Anfang 2015 auf insgesamt 518 Strecken günstige Tickets kaufen. Die bisherige Bestmarke stammt aus dem Winterflugplan 2011 und lag demnach bei 507 Verbindungen. Insbesondere innerhalb Deutschlands nahm der Flugverkehr im Billig-Segment zu: In Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es 52 Verbindungen mehr, was einem Anstieg um elf Prozent entspricht.

Germanwings setzt sich an die Spitze

Die Lufthansa-Tochter Germanwings setzte sich demnach mit 1800 Starts pro Woche an die Spitze der Billig-Anbieter. Sie verdrängte Air Berlin mit 1700 Starts auf Platz zwei.

Zurückgeführt wurde dies auf die anhaltende Neustrukturierung der Germanwings. Sie hat in diesem Winter noch einmal 53 Prozent mehr Flüge angeboten. Ihr Marktanteil liegt bei mittlerweile 38 Prozent, hieß es weiter. Air Berlin kommt der Studie zufolge auf 35 Prozent. Insgesamt vereinten die sieben größten Low-Cost-Carrier Germanwings, Air Berlin, Ryanair, Easyjet, Wizz Air, Flybe und Norwegian in diesem Winter 95 Prozent des deutschen Marktes auf sich.

Fast jeder dritte Fluggast reist mit Low-Cost-Airline

Im vergangenen Jahr nutzten auf den 26 Verkehrsflughäfen in Deutschland über 67 Millionen Passagiere Billigflieger. Das entspricht einem stabil bleibenden Marktanteil von rund 32 Prozent bei insgesamt 209 Millionen Passagieren.

Drehscheibe der Billig-Flieger sind den Autoren zufolge die Berliner Flughäfen. Rund 18 Millionen Passagiere stiegen in der Hauptstadt ein oder aus. Dahinter folgten die Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Hamburg.

© dpa, Daniel Naupold Lesen Sie auch: Billigtöchter sollen Lufthansa, Air France & Co retten

Das Land mit dem größten Billigflugangebot in Europa ist der Studie zufolge weiterhin Großbritannien mit rund 7.700 Starts pro Woche. Auf den weiteren Plätzen folgen Deutschland, Italien und Spanien. Dabei baute Ryanair seine europaweite Spitzenposition mit einer zehnprozentigen Steigerung aus: Mit fast 8.400 Flügen pro Woche auf mehr als 1.500 Strecken erreichte die irische Airline vergangenen Winter einen europaweiten Marktanteil von 24 Prozent im Low-Cost-Bereich. Easyjet schaffte es mit 17 Prozent auf Platz zwei.

Den kompletten "Low Cost Monitor 1/2015" des DLR gibt es hier.

Von: AFP, airliners.de
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