Studie: Airports setzen bei Sicherheit mehr auf IT-Investitionen

30.09.2016 - 09:39 0 Kommentare

Airports stecken immer mehr Geld in Informationstechnologien rund um die Security. Das ergab eine aktuelle Sita-Umfrage. Investitionen in andere Bereiche rücken dadurch aber nicht ganz aus dem Fokus.

Laut einer Studie wollen viele Flughäfen mehr in die Sicherheit investieren. - © © SITA -

Laut einer Studie wollen viele Flughäfen mehr in die Sicherheit investieren. © SITA

Flughäfen setzen im Bereich der Personen- und Flughafensicherheit vermehrt auf IT-Investitionen. Das ist das Ergebnis des aktuellen "Sita Airport IT Trends Report". So schätzen rund 50 Prozent aller Airport-Betreiber diesen Themenschwerpunkt als wichtig ein. Im vergangenen Jahr waren es 37 Prozent.

Aufgrund der weltweit wachsenden Spannungen habe sich der Investitionsfokus vieler Flughäfen auf die Sicherheit verlagert, heißt es in der Umfrage, die vom IT-Dienstleister Sita und dem Airports Council International (ACI) in Zusammenarbeit mit Airline Business erstellt wurde.

Allerdings sind die Investitionen in neue Service-Technologien für Passagiere weiterhin für die Befragten mit 59 Prozent der wichtigste Punkt. Im vergangenen Jahr waren es in dieser Kategorie noch 73 Prozent.

Die befragten Airports sollten Angeben, welche Bereiche für sie besonders wichtig sind. Das sind die Top drei. Foto: © Sita

Welche Technologien bei der Bewältigung der immer weiter reichenderen Security-Maßgaben eine Rolle spielen könnten, erläuterte Dave Bakker, als Sita-Präsident für Europa zuständig, erst kürzlich im Gespräch mit airliners.de. So können Flughafenbetreiber zum Beispiel die Anzahl der Telefone von Passagieren am Sicherheitscheck technisch erfassen und daraus schließen, wie lange wie Wartezeit ist. Der Airport kann dann aufgrund der Daten einschätzen, ob er eine weitere Security-Line aufmachen soll. "In den USA ist das schon möglich", sagt Bakker.

Biometrische Technologien könnten Abfertigung beschleunigen

Ein weiterer Aspekt sind biometrische Technologien. Laut Sita-Angaben ist das Interesse der Flughäfen daran hoch, da mit ihr eine schnellere und sicherere Passagierabfertigung ermöglicht werden kann. Mehr als ein Drittel der Flughäfen werde in den nächsten fünf Jahren in Single-Biometric-Travel-Token-Projekte investieren, heißt es jetzt in der Studie.

Und so funktioniert es: Gesicht, Pass und Bordticket des Passagiers werden im Abflugbereich des Airports gescannt. Die Daten werden virtuell gespeichert und könnten dann zum Beispiel beim Security-Check oder beim Boarding wieder abgerufen werden.

© Luxair Group, Lesen Sie auch: Jeder dritte Luftfahrtkonzern hat keine Digitalstrategie

"Der Passagier schaut einfach in die Kamera. Dabei wird er gescannt", erklärt Bakker. "Der Sicherheitsmitarbeiter bekommt die Daten auf einen Bildschirm und weiß: Bei diesem Passagier brauche ich nicht nochmal Pass oder Bordticket kontrollieren." Die Daten würden nur solange gespeichert, wie sich der Reisende am Flughafen aufhält.

Noch wird das System an keinem Airport eingesetzt, auch wenn es technisch schon machbar ist. Man könne die Technologie nicht an jedem Flughafen einfach so einführen, räumt Bakker ein. "Denn der Datenschutz ist in jedem Land anders geregelt." Trotzdem ist er sich sicher: "Das wird kommen."

Zur Studie

Der "Sita Airport IT Trends Report" erscheint jährlich. Bei der aktuell 13. Ausgabe sind mehr als 225 Flughäfen befragt worden. Diese managen zusammen 36 Prozent des globalen Luftverkehrs, was 2,3 Milliarden Passagieren entspricht. Die Hälfte der befragten Flughäfen gehören zu den Top 100 im Hinblick auf ihr Umsatzvolumen, hieß es.

Die gesamte Studie ist auf englisch als Download verfügbar.

Von: ch
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