Streit um A350-Darlehen: "Ball liegt bei der Bundesregierung"

28.10.2013 - 10:09 0 Kommentare

Der Streit um einen millionenschweren Kredit für die A350-Entwicklung hält an. Für den Flugzeugbauer Airbus ist die neue Bundesregierung am Zug - doch die muss sich erst einmal formieren.

Start des zweiten Airbus A350-Testflugzeugs MSN3

Start des zweiten Airbus A350-Testflugzeugs MSN3
© Airbus

Zwei Airbus-Mitarbeiter bringen den Schriftzug «A350» an einem Airbus 350 XWB an.

Zwei Airbus-Mitarbeiter bringen den Schriftzug «A350» an einem Airbus 350 XWB an.
© dpa - Artem Tchaikovski

Illustration eines Airbus A350-900 in den Farben der Lufthansa

Illustration eines Airbus A350-900 in den Farben der Lufthansa
© Airbus - Fixion

Im Streit mit der Bundesregierung um einen Kredit über 600 Millionen Euro für die Entwicklung des neuen Langstreckenflugzeugs A350 sieht der Flugzeugbauer Airbus Berlin am Zug. "Der Ball liegt jetzt bei der Bundesregierung", sagte der deutsche Airbus-Produktionschef Günter Butschek dem Berliner "Tagesspiegel".

Deutschland ist neben Frankreich Großaktionär von Airbus. Über die Auszahlung der Schlussrate wird seit langem gestritten. Das Darlehen für die Anschubfinanzierung über rund 1,1 Milliarden Euro war 2010 vereinbart worden. Rund 500 Millionen Euro wurden Ende 2010 ausgezahlt.

Aus dem Bundeswirtschaftsministerium hieß es dazu auf Anfrage, die Bedingungen für die Auszahlung des Darlehens an Airbus müsse die künftige Bundesregierung festlegen. Diese wolle man "nicht durch Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, binden".

Butschek wies Vorwürfe zurück, man habe die deutschen Airbus-Werke nicht in dem versprochenen Maße in das Projekt eingebunden. "Mit 4000 der A350 zugeordneten Arbeitsplätzen haben wir unsere Zielvorgabe um 250 Prozent überschritten und auch beim Entwicklungsanteil liegen wir weit über dem versprochenen Drittel", so der Manager. "Wir haben unsere Versprechen deutlich übererfüllt und sind der Meinung, dass es keinen Grund gibt, die ausstehende Rate zurückzuhalten. Aus unserer Sicht sind alle Argumente ausgetauscht."

Auch wenn die Bundesregierung die Zahlung endgültig verweigere, bereite das der EADS-Tochter Airbus keine Schwierigkeiten. "Wir haben mit dem Erstflug und mittlerweile knapp 400 absolvierten Flugstunden den Beweis erbracht, dass wir so ein Projekt auch ohne das restliche Darlehen der Bundesregierung finanzieren und auch planmäßig abwickeln können", sagte Butschek dem Blatt weiter.

Von: dpa-AFX
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