Streit über Leih-Stewardessen geht weiter

17.02.2012 - 11:40 0 Kommentare

Nachdem das Arbeitsgericht Frankfurt eine einstweilige Verfügung gegen den Einsatz von Leih-Arbeitskräften in der Lufthansa-Kabine abgewiesen hatte, legte die Personalvertretung nun Beschwerde beim Landesarbeitsgericht ein. Auch die Kabinengewerkschaft UFO reichte Klage ein.

Lufthansa First Class - © © Lufthansa -

Lufthansa First Class © Lufthansa

Der Streit über den Einsatz von Leih-Stewardessen in Lufthansa-Jets geht in die nächste Runde. Die Personalvertretung der Airline legte am Donnerstag nach eigenen Angaben Beschwerde beim Landesarbeitsgericht gegen eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Frankfurt ein. Auch die Kabinengewerkschaft UFO zog vor Gericht.

Das Arbeitsgericht Frankfurt hatte am Mittwoch einen Antrag der Personalvertretung auf eine einstweilige Verfügung abgewiesen. (Az 9 BVGa 91/12). Die Arbeitnehmervertretung will dem Unternehmen untersagen lassen, in den Kabinen seiner Jets schlechter bezahlte Servicekräfte von Fremdunternehmen einzusetzen.

Die Gewerkschaft UFO reichte nach Angaben eines Sprechers beim Arbeitsgericht Frankfurt Klage auf Einhaltung des Tarifvertrages ein. Sie beruft sich auf eine Vereinbarung zur Arbeitsplatzsicherung, in dem die Airline zugesagt habe, ihre Flugzeuge ausschließlich mit Lufthansa-Personal zu betreiben. Der Vertrag war 2008 ausgelaufen, aus Sicht der Gewerkschaft wirkt er wegen eines Zusatzprotokolls aber nach.

Am kommenden Mittwoch (22. Februar) will das Arbeitsgericht Frankfurt über einen weiteren Antrag der Personalvertretung auf einstweilige Verfügung verhandeln. Das Gremium wirft der Lufthansa vor, nicht ausreichend über den geplanten Einsatz der Leih-Stewardessen zu informieren.

Die Lufthansa weitet mit Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens am 3. Juni ihr Angebot ab Berlin deutlich aus. Den dauerhaft geplanten Einsatz der mehr als 200 Leiharbeitskräfte begründet das Unternehmen mit Kostenvorteilen.

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Bei Air Berlin ist die Luft raus. Reaktionen zur Air-Berlin-Übernahme

    Lufthansa übernimmt große Teile der Air Berlin. Verdi mahnt, dass allen Mitarbeitern eine Perspektive geschaffen werden müsse. Auch Monopolkommissionschef Wambach und Berlins Bürgermeister Müller äußern sich.

    Vom 13.10.2017
  • Die Mitarbeiter fordern, dass gerade die Übernahme durch Lufthansa als Betriebsübergang gemäß Paragraf 613a BGB anerkannt wird. Air Berliner erhalten Kündigungen

    Viele Mitarbeiter der insolventen Air Berlin sind seit drei Wochen freigestellt, nun bekommen 2500 von ihnen die Kündigung. Der Carrier selbst ruft erneut auf, sich auf ausgeschriebene Stellen zu bewerben. Indes scheitern zwei Klagen gegen die Airline.

    Vom 24.11.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus