Streit um Ryanair in Frankfurt geht weiter

27.03.2017 - 16:12 0 Kommentare

Der Billigflieger Ryanair kommt nach Frankfurt. Das ist umstritten. Jetzt hat Condor-Chef Ralf Teckentrup Airport-Betreiber Fraport erneut kritisiert - diesmal geht es um Slots.

Condor-Chef Ralf Teckentrup. - © © BTW - Svea Pietschmann

Condor-Chef Ralf Teckentrup. © BTW /Svea Pietschmann

Am Frankfurter Flughafen geht der Streit um den Neukunden Ryanair weiter. Einen Tag vor dem ersten Linienflug des irischen Billigfliegers vom größten deutschen Drehkreuz warf Condor-Chef Ralf Teckentrup dem Betreiber Fraport vor, die Kapazität passgenau für den neuen Wettbewerber auszubauen.

Zum kommenden Winterflugplan werde die maximale Zahl der in einer Stunde möglichen Starts und Landungen von 100 auf 104 hochgesetzt, sagte Teckentrup jetzt in Frankfurt bei einer Veranstaltung der hessischen Unternehmerverbände (VhU). Das sei völlig ungewöhnlich, da dieser so genannte Slot-Eckwert sonst nur zum Sommer erhöht werde.

In diesem Jahr plant Ryanair einen massiven Ausbau seines Angebots von vier Verbindungen im Sommer auf 24 im Winterflugplan. "Es geht darum, dass ein Anbieter so fliegen kann, wie er will", so Teckentrup.

Fraport reagiert auf Vorwürfe

Ein Fraport-Sprecher wies die Condor-Kritik zurück: Der geplante Kapazitätsausbau habe nichts mit der Nachfrage durch einzelne Gesellschaften zu tun, sondern komme allen Airlines zugute. "Wir wollen an Flugbetrieb realisieren, was möglich ist, um irgendwann auch die 126 Flugbewegungen pro Stunde zu erreichen."

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Hessen streicht Extra-Rabatt für Neukunden in Frankfurt

Dies geschehe in enger Abstimmung mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) und setze voraus, dass aus ausreichend Abfertigungsmöglichkeiten gebe. Fraport baut dazu gerade ein drittes Passagier-Terminal.

Der Slot-Eckwert beschreibt die Leistungsobergrenze eines Flughafens. Bestimmt wird diese durch die infrastrukturellen Gegebenheiten. Frankfurt ist laut Planfeststellung bei Vollausbau auf maximal 126 Starts und Landungen in der Stunde ausgelegt. Aktuell kann es stündlich 100 Starts und Landungen geben. Erhöhungen müssen mit der Flugsicherung abgestimmt werden und es muss ausreichend Abfertigungskapazitäten geben.

Lufthansa-Manager erneuert Kritik

Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister wiederholte seine Kritik an dem Fraport-Rabattprogramm, das Ryanair und anderen Erstkunden Preisnachlässe bei den Start- und Landegebühren über drei Jahre zugesteht. Die Subventionen griffen in den Wettbewerb ein und seien "standortschädigend", weil etablierte Anbieter Kostennachteile auf Strecken tragen müssten, auf denen Ryanair zusätzlich antritt.

Von: ch, dpa-AFX
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