Streit um Organisation der Personenkontrollen an Flughäfen

09.03.2018 - 17:25 0 Kommentare

Die Bundespolizei streitet um die Organisation der Luftsicherheitskontrollen an deutschen Flughäfen. Die Gewerkschaft der Polizei will mehr Personal, Bundespolizeipräsident Romann mehr Privatisierung.

Ein Polizist sichert eine Personenkontrolle. - © © dpa - Hannibal Hanschke

Ein Polizist sichert eine Personenkontrolle. © dpa /Hannibal Hanschke

Bei der Bundespolizei ist ein Streit um die Organisation der Personenkontrollen an deutschen Flughäfen entbrannt. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wendet sich gegen Erwägungen von Bundespolizeipräsident Dieter Romann, Flughafenbetreibern den Einsatz privater Sicherheitskräfte an Personenkontrollen zu überlassen. Planung und Personaleinsatz seien keine originären Aufgaben der Bundespolizei, hatte Romann auf einem Fachkongress in Potsdam ausgeführt.

Romanns Vorschlag gehe in die völlig falsche Richtung, erklärte am Freitag der Vorsitzende der GdP bei der Bundespolizei, Jörg Radek. "Wir haben bereits heute gravierende Sicherheitslücken an den Flughäfen, bedingt durch einen Zuständigkeitsdschungel verschiedener Akteure."

Die Beschäftigten der privaten Sicherheitsdienstleister würden oft in prekären Arbeitsverhältnissen mit "undurchsichtigen Kettenbefristungen und ohne berufliche Perspektive" arbeiten, kritisierte der Gewerkschafter. Er plädierte für ein Ende der Privatisierung und die Schaffung einer Bundesanstalt für Luftsicherheit, die dann Luftsicherheitskräfte selbst anstellen könne.

© airliners.de, David Haße Lesen Sie auch: Fraport-Chef erwartet deutliches Wachstum und fordert mehr Bundespolizei

Die Luftfahrtindustrie hat die von der Bundespolizei beaufsichtigten Personenkontrollen in der Vergangenheit als zu teuer und im internationalen Vergleich als ineffizient kritisiert. Flughäfen und Airlines verlangen eine deutliche Entlastung von den Kosten, die bislang über Gebühren an die Passagiere weitergereicht werden und Flugreisen verteuern.

Die privaten Luftsicherheits-Dienstleister haben nach Angaben ihres Verbandes BDLS großes Interesse, die Personalplanung und -steuerung effizienter zu gestalten. Dies könne man aber auch selbst übernehmen, erklärte der BDLS-Präsident Udo Hansen.

© airliners.de, Lesen Sie auch: "Wir brauchen an den Kontrollen jetzt einen zweiten Dienstleister" Interview

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Das erwartet die Branche vom Gipfel

    Luftfahrtgipfel in Hamburg: Die Branche diskutiert die Probleme des Sommers. Der BDL ist die Stimme vieler Akteure - und sieht Handlungsbedarf bei Unternehmen und Politik.

    Vom 04.10.2018
  • Das Abschlusspapier des Gipfels. Das wurde auf dem Luftfahrtgipfel beschlossen

    Überblick Diskussion über den Verspätungssommer im Jahr eins nach Air Berlin: Die Branche beschließt 24 Maßnahmen. Welcher Akteur sich zu was verpflichtet hat, lesen Sie hier.

    Vom 05.10.2018
  • Teilnehmer des Gipfels (von oben links): Matthias von Randow, Michael Kerkloh, Thorsten Dirks, Andreas Scheuer, Michael Eggenschwiler, Stefan Schulte, Carsten Spohr und Thomas Schnalke. Wer beim Treffen dabei ist und wer nicht

    Verkehrsminister Scheuer hat die Luftfahrtbranche zum Spitzentreffen geladen. airliners.de liegt die Teilnehmerliste vor. Diese sorgt für einige Verwunderung.

    Vom 04.10.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus