Streit mit O'Leary: Ryanair-Piloten schließen Streiks nicht aus

18.07.2013 - 08:56 0 Kommentare

Die in der neuen Ryanair-Pilot-Group organisierten Piloten wollen vom Management der Airline anerkannt werden. Notfalls soll Ryanair mit Streiks zu Verhandlungen gezwungen werden. Noch bleibt die Geschäftsführung hart.

Michael OLeary, CEO Ryanair, posiert auf dem Flughafen Wroclaw mit einem Modell vor einer Ryanair-Maschine. - © © dpa - Maciej Kulczynski

Michael OLeary, CEO Ryanair, posiert auf dem Flughafen Wroclaw mit einem Modell vor einer Ryanair-Maschine. © dpa /Maciej Kulczynski

Die Piloten der Ryanair lassen es auf ein Kräftemessen mit der Geschäftsleitung ankommen. Grund für den Konflikt ist die neue Vereinigung "Ryanair Pilot Group" (RPG), die der Ryanair-Chef Michael O'Leary nicht anerkennen will. «Sollte das Management die RPG nicht als Verhandlungspartner akzeptieren, werden wir reagieren. Am Ende auch mit Streiks», sagte der vorläufige RPG-Vorsitzende Evert van Zwol der Wochenzeitung "Die Zeit".

Bereits mehr als die Hälfte der 3.500 Ryanair-Piloten sollen angeblich der RPG beigetreten sein. Vor kurzem hatte die auch von der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit unterstützte Gruppe einen Interimsrat gewählt. Dass in diesem Gremium lediglich ein Ryanair-Pilot vertreten ist, hatte in der Chefetage des Low Cost Carriers für Häme gesorgt: Die RPG habe nicht einmal genug Piloten von Ryanair in ihren Reihen, um ein fünfköpfiges Komitee zu bilden.

"Die Tatsache, dass der Fünf-Personen-Ryanair-Rat aus vier Piloten von anderen Fluggesellschaften besteht - Aer Lingus, KLM, Air France und Southwest - verdeutlicht, dass dies keine Ryanair-Pilotengruppe ist", sagte ein Ryanair-Sprecher gegenüber airliners.de. Alle Ryanair-Piloten, die unzufrieden sind, könnten Ryanair jederzeit verlassen. "Wir haben eine Warteliste von über 5.000 Piloten und Flugbegleitern, die gerne bei Ryanair arbeiten würden."

O'Leary ist laut "Zeit" lapidar der Ansicht, die RPG existiere nicht. Die RPG sei keine Ryanair-Piloten-Gruppe, sondern eine „Nicht-Ryanair-Gruppe“. Als Begründung dafür, dass er gewerkschaftliche Arbeit in seinem Unternehmen generell nicht duldet, erklärte er, sie würden sich dem Wandel auch dann verweigern, wenn dieser notwendig sei.

Einer der Hauptkritikpunkte der RPG ist, dass Hunderte Piloten bei irischen Limited Companies angestellt seien. Dadurch müssten sie unsichere Arbeitsverhältnisse in Kauf nehmen und ohne finanzielle oder soziale Absicherung leben. Dabei war der Gewinn von Europas größtem Billigflieger war im Geschäftsjahr 2012/13 um 13 Prozent auf 569,3 Millionen Euro gestiegen.

Von: airliners.de, dpa
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