"Stuttgart 21"

Streit um Flughafenbahnhof Stuttgart spitzt sich zu

18.03.2013 - 10:50 0 Kommentare

Die Bahn fordert Klarheit: Entweder Baden-Württemberg zahlt mit für Verbesserungen am geplanten Flughafenbahnhof Stuttgart oder es bleibt bei der alten Variante. Nun müssen sich Grüne und SPD einigen, ob sie sich über den Bürgerwillen hinwegsetzen wollen.

Blick auf das Vorfeld des Flughafens Stuttgart - © © Flughafen Stuttgart -

Blick auf das Vorfeld des Flughafens Stuttgart © Flughafen Stuttgart

Kurz vor einem Treffen mit Bahn- Technikvorstand Volker Kefer hat das Verkehrsministerium erneut eine Beteiligung an den Kosten eines veränderten S-21-Bahnhofs am Flughafen Stuttgart abgelehnt. «Das bringt aus Sicht des Landes keinen Zusatznutzen für den Regional- und Nahverkehr», sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann (Grüne) am Montag in Stuttgart. Deshalb werde sich das Land auch nicht an den von der Bahn auf 224 Millionen Euro bezifferten Zusatzkosten beteiligen.

Kefer wird an diesem Montagnachmittag mit dem Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) und am Dienstagmorgen mit Minister Hermann zusammentreffen. Vorrangiges Thema ist das von der Bahn erwartete finanzielle Zusatzengagement der S-21-Projektpartner.

Die Bahn hatte Ende vergangener Woche ein Ultimatum gestellt. Sollte es bis kommenden Freitag keine Entscheidung zur Übernahme des Zusatzkosten geben, werde die ursprünglich geplante Trasse für 536 Millionen Euro gebaut. Anders als die Grünen hatte sich SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel dafür eingesetzt, für den veränderten Bahnhof bei Landesmesse und -flughafen einen Extra-Finanztopf zu schaffen. Der Verband Region Stuttgart hatte rund fünf Millionen Euro für die neue Variante in Aussicht gestellt; die Stadt Stuttgart lehnt wie das Land und der Landesflughafen einen weiteren Beitrag zu Stuttgart 21 ab.

Nach den Worten des Sprechers des Verkehrsministeriums seien dessen Experten bei der Prüfung der Bahn-Berechnungen allerdings auf nur 180 Millionen Euro Mehrkosten gekommen. Die Zusatzkosten entstehen laut Bahn vor allem durch eine zwei Kilometer längere unterirdische Zuführung zu der Station unter der Flughafenstraße. Diese teurere Variante war ein Ergebnis des sogenannten Filderdialogs, bei dem Bürger und Experten über die beste Anbindung von Stuttgart 21 an den Landesflughafen diskutierten. Die von der Mehrheit der Teilnehmer favorisierte Variante einer Anbindung über die S-Bahn in Stuttgart-Vaihingen wurde von der Bahn abgelehnt.

Die Bahn will das wegen des Filderdialogs Anfang 2012 ausgesetzte Bemühen um ein Planfeststellungsverfahren wieder aufnehmen, wenn Kefer sich bei seinen Gesprächen in der Landeshauptstadt erneut einen Korb holt. Die erforderlichen Unterlagen würden zeitnah zum abgelaufenen Ultimatum beim Eisenbahnbundesamt eingereicht, sagte ein Sprecher des Kommunikationsbüros Stuttgart 21. Das für den gesamten Planfeststellungsabschnitt auf den Fildern bei Stuttgart (1.3) erforderliche Genehmigungsverfahren ist noch nicht angelaufen, obwohl der Konzern dies seit 2002 anstrebt.

Von: dpa
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