Streiks und Unsicherheit bremsen den Stuttgarter Flughafen

08.12.2016 - 16:54 0 Kommentare

Streiks, Terrorismus, Krisen - die Unsicherheit in der Welt geht auch nicht am Flughafen Stuttgart spurlos vorbei. Außerdem ist der Airport auf der Suche nach einem neuen Chef.

Georg Fundel, Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH - © dpa - Jan-Philipp Strobel

Georg Fundel, Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH dpa /Jan-Philipp Strobel

Die Streiks bei der Lufthansa, die Probleme bei Air Berlin und Tuifly sowie die unsichere Lage in der Türkei haben den Flughafen Stuttgart in diesem Jahr gebremst. Das erwartete Plus von drei Prozent werde sich beim Passagierwachstum nicht einstellen, sagte Flughafen-Chef Georg Fundel jetzt in Stuttgart.

Stattdessen werde es nur ein kleines Wachstum geben. Von Juli bis September hatte der Stuttgarter Flughafen ein leichtes Plus von 1,5 Prozent bei den Passagieren verbucht. Doch das dritte Quartal lag im Vergleich zum Vorjahr schon im Minus und die Streiks bei der Lufthansa hatten erst im November eingesetzt.

Vorsichtige Kalkulation für 2017

Für das kommende Jahr ist Fundel entsprechend vorsichtig. Angesichts der Unvorhersehbarkeit der Ereignisse plane man nahe der Nulllinie. Beim Umsatz sehe man ein leichtes Plus. In diesem Jahr werden die Umsätze des Flughafens trotz des mauen Fluggeschäfts um mehr als ein Prozent wachsen, so Fundel. 2015 hatten 10,5 Millionen Fluggäste rund 245 Millionen Euro Umsatz gebracht.

Das operative Ergebnis des Flughafens dürfte "an die erfolgreichen Ergebnisse der Vorjahre anknüpfen", sagte Fundel. Ob unterm Strich allerdings ein Gewinn bleibt, hängt von der Rate für Stuttgart 21 ab, die erneut zwischen 40 und 60 Millionen Euro liegen wird und von der Bahn festgelegt wird. In Summe zahlt der Flughafen an die Bahn 393 Millionen Euro in mehreren Schritten. Zahlungen von 194 Millionen Euro stehen noch aus.

© Flughafen Stuttgart, Lesen Sie auch: Zeitung: Geheimpapier enthält auch Passage zum Flughafen Stuttgart

Eine Klage der Schutzgemeinschaft Filder und des Naturschutzbundes (Nabu) in Stuttgart gegen die Freigabe für das Bauprojekt vor dem Mannheimer Verwaltungsgerichtshof sieht Fundel gelassen. "Wir haben einen Vertrag unterschrieben und gehen davon aus, dass dieser gilt", sagte Fundel.

Nachfolger für Airport-Chef Fundel gesucht

Der Flughafen selbst plant noch eigene Bauvorhaben. Für das angedachte Terminal werde derzeit eine Machbarkeitsstudie erstellt. Außerdem soll ein neues Tagungshotel entstehen, das dem Flughafen weitere Zinseinnahmen bringt.

Der 62-jährige Fundel geht im April in Rente. Zu seiner Nachfolge wollte er sich nicht äußern. Die Findungskommission unter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) hat bislang noch keinen Nachfolger vorgeschlagen. Eine Sprecherin der Stadt Stuttgart sagte. "Die Personalkommission hat sich für einen Personalberater entschieden, der nun die Arbeit aufnimmt." Der Flughafen gehört zu 65 Prozent dem Land Baden-Württemberg und zu 35 Prozent der Stadt Stuttgart.

Von: ch, dpa
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