"Wie ein Schleier": Streiks beschädigen Lufthansa-Image

16.12.2015 - 12:51 0 Kommentare

Die Streiks bei der Lufthansa schaden auf Dauer dem Image von Europas größtem Luftfahrtkonzern. Das sagte der Marketingchef der Airline, Alexander Schlaubitz, in einem Interview.

Ein Lufthansa-Leitwerk spiegelt sich in einer Fensterfront. - © © dpa - Boris Roessler

Ein Lufthansa-Leitwerk spiegelt sich in einer Fensterfront. © dpa /Boris Roessler

Erst die Piloten, dann die Flugbegleiter: Immer wieder kommt es bei der Lufthansa zu Streiks. Die Arbeitskämpfe schaden auf Dauer dem Image von Europas größtem Luftfahrtkonzern, zu dessen Markenkern auch Zuverlässigkeit gehört. "Die Streiks liegen wie ein Schleier über der Marke", sagte der Marketingchef der Airline, Alexander Schlaubitz, jetzt im Interview mit der "Horizont".

Die Lufthansa untersucht jede Woche, wie ihre Marke wahrgenommen wird. "Nach den ersten Streiks setzten noch sehr schnell Stabilisierungseffekte ein - die Werte für unsere Marke gingen nach unten, erreichten dann aber bald wieder das Ausgangsniveau." Inzwischen funktioniere dieser "Bounce-Back-Mechanismus" jedoch nicht mehr. Es habe ein Lerneffekt eingesetzt, die Menschen würden mit der Lufthansa auch Streiks assoziieren.

Markenwahrnehmung rutscht ins Negative

"Wir sind in den vergangenen 18 Monaten bei einzelnen Kriterien der Markenwahrnehmung zwischen zehn und 15 Prozent ins Negative gerutscht", so Schlaubitz weiter. "Wir gehen davon aus, dass Effekte in dieser Größenordnung in der Geschichte der Lufthansa einmalig sind."

In den offenen Tarifkonflikten haben die Lufthansa-Piloten bisher 13 Mal ihre Arbeit niederlegt. Die Flugbegleiter hatten erst kürzlich für den längsten Streik in der Geschichte des Unternehmens gesorgt. Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben durch die genannten Streiks rund eine halbe Milliarde Euro verloren.

© Lufthansa, Lesen Sie auch: Lufthansa-Chef beziffert Streikkosten mit einer halben Milliarde Euro

Der Streik der Lufthansa-Piloten findet in der Bevölkerung jedenfalls keinen großen Rückhalt. Bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov erklärten 55 Prozent der Befragten bereits Anfang des Jahres, dass sie den Streik nicht mehr für verhältnismäßig halten.

Die Folgen der Streiks für das Image seien verheerend, hatte der damalige Lufthansa-Vorstand und jetzige Austrian-Chef Kay Kratky gesagt. Es bestehe die Gefahr, dass Reisen mit einer deutschen Airline von den Kunden nicht mehr als der zuverlässigste Weg wahrgenommen werde und diese sich Alternativen suchen würden. Martin Schmitt, Finanzvorstand der Lufthansa Cargo, sagte kürzlich: "Unser bisheriges Alleinstellungsmerkmal als Qualitätscarrier erodiert langsam."

Von: ch

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