Bis Freitag

Streiks in Düsseldorf und Köln

24.01.2013 - 16:49 0 Kommentare

An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn wird gestreikt. Am frühen Donnerstagmorgen legten zahlreiche Sicherheitsmitarbeiter ihre Arbeit nieder. Die Aktion soll bis zum Wochenende dauern.

Passagiere warten im Flughafen K

Passagiere warten im Flughafen K
© dpa - Henning Kaiser

Schild einer Fluggastkontrolleurin

Schild einer Fluggastkontrolleurin
© dpa

Fluggastkontrolleur tastet einen Passagier mit einer Handsonde ab

Fluggastkontrolleur tastet einen Passagier mit einer Handsonde ab
© dpa, O. Berg

Kontrolle von Fl

Kontrolle von Fl
© dpa - Oliver Berg

Ein Streik des Sicherheitspersonals an den beiden größten nordrhein-westfälischen Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn hat am Donnerstag tausende Passagiere getroffen. Der Ausstand wird bis einschließlich Freitag fortgesetzt. Die Arbeitgeber hätten die Frist verstreichen lassen und kein verbessertes Angebot vorgelegt, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi am Donnerstag in Düsseldorf.

Am Düsseldorfer Flughafen fielen bis zum frühen Nachmittag fast 150 Flüge aus, berichtete ein Sprecher. «Die Maschinen, die rausgehen, sind oftmals auch leer.» Am Köln/Bonner Flughafen wurden fast 50 An- und Abflüge gestrichen. Der Flugverkehr sei erheblich beeinträchtigt, sagte ein Sprecher. Auch dort starteten leere Maschinen, um wenigstens die Anschlussflüge an anderen Airports zu bewältigen.

Die Gewerkschaft hatte die Aktion in der Nacht kurzfristig angekündigt. Sie will den Druck für die Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft erhöhen. Nach Gewerkschaftsangaben befinden sich 70 bis 80 Prozent der Beschäftigten im Sicherheitsgewerbe in der untersten Lohngruppe mit einem Stundenlohn von 8,23 Euro. An den Flughäfen liegt der Stundenlohn im Abfertigungsbereich zwar höher. Die Gewerkschaft fordert für Flughäfen in Nordrhein-Westfalen eine Erhöhung auf 16 Euro brutto. Der Streik hatte um 04.00 Uhr in der Nacht begonnen. Erst vergangenen Freitag hatte ein Streik des Sicherheitspersonals den Hamburger Flughafen lahmgelegt.

Reaktionen

Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) hatte sich bereits im Vorfeld des Streiks empört gezeigt: Verdi habe bei den Forderungen für das Flughafen-Personal "jedes Maß verloren". In Nordrhein-Westfalen hätten die Arbeitgeber eine Lohnerhöhung von 9,22 Prozent ausgeschlagen.

Der Flughafenverband ADV nannte die Streiks inakzeptabel, völlig überzogen und für die Passagiere unzumutbar. An beiden Flughäfen liege die Verantwortung für die Luftsicherheitskontrollen bei der Bundespolizei. Diese müsse nun ihrer Verantwortung gerecht werden und eigenes Personal einsetzen, um die privaten Dienstleister zu ersetzen. In der wirtschaftlich angespannten Lage könnten sich die Flughäfen die Umsatzverluste nicht leisten, so ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Auch der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) fordert die Tarifpartner im aktuellen Streik der Luftsicherheitsassistenten in Nordrhein-Westfalen auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und zu einem maßvollen Tarifabschluss zu kommen. Der BDF sieht hier auch Handlungsbedarf für die Politik.

„Wenn einzelne Beschäftigtengruppen immer wieder ihre überzogenen Partikularinteressen auf Kosten anderer durchsetzen können, dann muss der Bund sorgfältig prüfen, ob einzelne Aufgaben im Luftverkehr weiterhin durch private Unternehmen durchgeführt werden können, insbesondere dann, wenn diese Aufgaben in Eigenregie und durch Bundesbeschäftigte kostengünstiger erbracht werden können,“ sagt BDF-Geschäftsführer Michael Engel.

Von: dpa, dapd, airliners.de
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