Einigung in der Nacht: Pilotenstreik bei SAS ist beendet

03.05.2019 - 07:10 0 Kommentare

Die Piloten der skandinavischen SAS befanden seit einer Woche im Arbeitskampf, doch die Airline betrachtete ihre Forderungen als viel zu hoch. Jetzt wurde ein Kompromiss gefunden und der normale Betrieb läuft wieder.

SAS-Flugzeuge stehen am Flughafen von Oslo. - © © dpa - Ole Berg-Rusten/NTB Scanpix

SAS-Flugzeuge stehen am Flughafen von Oslo. © dpa /Ole Berg-Rusten/NTB Scanpix

Der Pilotenstreik bei der skandinavischen Fluggesellschaft SAS ist nach einer Woche beendet worden. Es sei ein neuer Tarifvertrag vereinbart worden, sagte Unternehmenschef Rickard Gustafson in der Nacht zu Freitag in Stockholm. Er sei erleichtert, "dass wir diesen Konflikt nun hinter uns lassen können". Die von den Piloten-Gewerkschaften und der Fluglinie unterzeichnete Tarifvereinbarung habe eine Laufzeit von drei Jahren.

Demnach erhalten die Piloten 2019 eine Lohnerhöhung um 3,5 Prozent, gefolgt von drei Prozent 2020 sowie vier Prozent 2021. Hinzu kommen Zugeständnisse bei der Planbarkeit ihrer Arbeitszeiten im Cockpit.

Gut 1400 SAS-Piloten in Schweden, Dänemark und Norwegen waren vor einer Woche wegen der ihrer Ansicht nach immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen und ungenügender Bezahlung in den Ausstand getreten.

Der Streik hatte Tausenden Urlaubern und Geschäftsreisenden in Skandinavien Probleme bei ihren Flugreisen nach Dänemark, Norwegen und Schweden bereitet. Auch am Donnerstag blieben Hunderte SAS-Flieger am Boden, während Vertreter der Pilotengewerkschaften und von SAS hinter verschlossenen Türen verhandelten.

Vor der Einigung bei den Schlichtungsgesprächen forderten die skandinavischen Pilotengewerkschaften 13 Prozent mehr Lohn. Die Piloten wollen für Lohnkürzungen und andere Zugeständnisse entschädigt werden, die sie 2012 eingegangen waren, als es dem Unternehmen finanziell besonders schlecht ging.

SAS führte an, die Forderungen würden erhebliche Kostensteigerungen für die Fluglinie nach sich ziehen, die langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und damit die Arbeitsplätze aller SAS-Mitarbeiter gefährdeten.

Über 4000 Flugausfälle in einer Woche

Die Piloten legten am vergangenen Freitag ihre Arbeit nieder. Seitdem sind an sieben Tagen 4015 Flüge ausgefallen, mehr als 380 000 Reisende waren laut SAS-Angaben davon betroffen. Etliche Fluggäste saßen damit täglich auf den Flughäfen in Kopenhagen, Stockholm und anderen skandinavischen Städten fest. Auch zahlreiche Verbindungen nach Deutschland waren vom Streik betroffen. Von SAS-Partnern betriebene Flieger konnten dagegen abheben.

© dpa, Ole Berg-Rusten/NTB Scanpix Lesen Sie auch: Pilotenstreik bei SAS trifft auch Flüge nach Deutschland

Laut dem vermittelnden Schlichter Mats Wilhelm Ruland Es handelte es sich um den größten Arbeitskonflikt in Norwegen seit vielen Jahren. Nach über 24 Stunden der Verhandlungen gab es am Donnerstag erste Signale für einen Einigung - ein Durchbruch wurde bis zum Nachmittag aber nicht verkündet.

Norwegischer Ableger lässt Arbeitsverhältnis mit 1000 Beschäftigten ruhen

SAS zeigte sich zuvor zuversichtlich, mit Rulands Hilfe eine Einigung zu erreichen. "Es ist der einzige Weg, den Konflikt zu lösen", sagte eine Unternehmenssprecherin. Die norwegische Tochter SAS Norge kündigte am Dienstag an, das Arbeitsverhältnis mit etwa 1000 Beschäftigten, darunter 930 Mitgliedern des Kabinenpersonals, vorübergehend ruhen zu lassen. Ein Sprecher sagte dem Sender NRK, Grund sei die "stressige und dramatische Situation für das Unternehmen."

© SAS, Lesen Sie auch: Norwegen steigt bei SAS aus

SAS beschäftigte 2018 insgesamt 10 100 Menschen, davon etwa 2700 in Norwegen. Die norwegische Kabinengewerkschaft unterstützt den Pilotenstreik, wie Gewerkschaftschefin Anneli Nyberg der Zeitung "Aftenposten" sagte.

Von: dk mit dpa, afp
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