Strategische Partnerschaft: Etihad vor Einstieg bei Alitalia

03.02.2014 - 10:30 0 Kommentare

Etihad Airways steht nun doch kurz vor einem Einstieg bei der schlingernden Alitalia. Noch im Herbst lehnte Etihad CEO James Hogan einen solchen Schritt ab. Die arabische Airline strickt damit weiter an ihrem globalen Zubringernetz.

Alitalia Airbus A320-200

Alitalia Airbus A320-200
© AirTeamImages.com - Simone Ciaralli

Etihad Airways Boeing 777-300ER

Etihad Airways Boeing 777-300ER
© AirTeamImages.com

Die arabische Etihad Airways steht kurz vor einem Einstieg bei der kriselnden Alitalia. Die Verhandlungen zwischen den beiden Fluggesellschaften seien in einer finalen Phase angelangt, teilten die Unternehmen am Sonntag mit.

In den kommenden 30 Tagen solle eine gemeinsame Strategie entwickelt werden, die den Zielen beider Partner entspreche. Alitalia hatte seit einigen Wochen mit der arabischen Gesellschaft verhandelt. Im Dezember sickerten bereits erste Informationen dazu durch.

Zuvor hatte das tief in den roten Zahlen steckende Unternehmen eine Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen und die Suche nach einem internationalen Partner vorangetrieben. Wie hoch die mögliche Beteiligung Etihads ausfallen könnte, wurde zunächst nicht bekannt. Noch im September hatte Etihad-Chef James Hogan eine Kapitalspritze für die Italiener klar ausgeschlossen. "Wir sind keine Bank", sagte er bei einem Kongress in Köln.

Italiens Ministerpräsident Enrico Letta besuchte am Wochenende die Vereinigten Arabischen Emirate, um die Beziehungen beider Länder zu stärken und wirtschaftliche Kooperationen voranzutreiben.

Alitalia benötigt nach jahrelangen Verlusten frisches Geld. Zwischenzeitlich drohte dem Unternehmen bereits die Einstellung des Flugbetriebs. Branchenkennern zufolge kann das Unternehmen alleine nicht überleben und braucht dringend einen strategischen Partner.

Etihad hat damit Erfahrung. Vor rund zwei Jahren spendierte das Unternehmen auch der angeschlagenen Air Berlin eine Finanzspritze und eine neue Kreditlinie und stieg dabei zum größten Aktionär der zweigrößten deutschen Fluglinie auf. Die Araber bauen sich auf diese Weise ein Zubringernetz für ihre Langstreckenflüge auf. Im Januar kam die schweizerische Darwin als Regionalzubringer hinzu. Sie operiert nun als Etihad Regional.

Daneben ist Etihad an der indischen Jet Airways (24 Prozent), Air Seychelles (40 Prozent), Virgin Australia (19,9 Prozent), der irischen Aer Lingus (drei Prozent) und der serbischen Air Serbia (49 Prozent) beteiligt.

Von: dpa, airliners.de
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