Beruf & Karriere

So schreiben Sie die perfekte Stellenanzeige

23.05.2017 - 09:26 0 Kommentare

Dieser Karriereartikel richtet sich an Arbeitgeber. Eine aus Kandidatensicht interessante Stellenanzeige aufzusetzen, ist nämlich gar nicht so einfach. Unser Tipp: Beginnen Sie mit einem Wechsel der Perspektive.

Jetzt den Traumjob in der Luftfahrt finden. - © Fotolia.com - olly

Jetzt den Traumjob in der Luftfahrt finden. Fotolia.com /olly

Sie kennen das: Ihr Unternehmen hat eine Stelle zu besetzen. Aber es finden sich einfach keine passenden Kandidaten. Dabei haben Sie schon viel Zeit und vielleicht auch Geld in die Hand genommen. Sie haben den Job über ihre eigene Firmenwebseite hinaus bei ein paar generellen Stellenbörsen veröffentlicht. Vielleicht sind Sie sogar bereits auf speziellen Jobboards wie dem airliners.de-Stellenmarkt präsent.

In den Reportings sehen Sie, dass Ihre Ausschreibung durchaus geklickt wird. Nur die richtigen Bewerber fehlen. Natürlich kann es sein, dass sie ein besonders schwieriges Umfeld "beackern". Fluggerätmechaniker mit ganz speziellen Fähigkeiten gibt es zum Beispiel nicht wie Sand am Meer. Sie fischen also in einem klassischen Bewerbermarkt. Genau das muss Ansporn sein, die perfekte Stellenanzeige zu schreiben.

Bewerben Sie sich um die Kandidaten

Gerade wenn Sie in einem Bewerbermarkt rekrutieren, befinden Sie sich direkt im viel zitierten "War of Talents". Hier bewerben Sie sich als Unternehmen um den Kandidaten, und nicht andersrum. Eine gut gemachte Stellenanzeige ist nämlich wie eine Bewerbung des Unternehmens um einen Kandidaten.

Ganz am Anfang steht dabei ein Perspektiv-Wechsel. Schauen Sie sich Ihre Stellenanzeige aus der Sicht eines Bewerbers an. Fühlen Sie sich eingeladen oder eher abgeschreckt? Haben Sie das Gefühl, als Bewerber mit Ihren möglichen Fragen rund um den Job ernst genommen und willkommen geheißen zu werden?

Falls nicht, liegt das vielleicht einfach an der Reihenfolge der Absätze Ihrer Stellenanzeige. Unser Tipp: Stellen Sie die Vorteile für den Bewerber in den Vordergrund. Beginnen Sie nicht mit den Anforderungen, sondern damit, was Sie bieten.

Achten Sie zudem darauf, potentiell geeignete Kandidaten nicht mit zu spezifisch formulierten Voraussetzungen abzuschrecken. Nennen Sie optionale Anforderungen am besten gar nicht. Oder aber benennen Sie wünschenswerte Kenntnisse klar und deutlich als optional. So fühlen sich passende Kandidaten nicht abgeschreckt.

Gerade wenn es speziell wird, sind es oft Kleinigkeiten, die eine wirklich erfolgreiche Ausschreibung ausmachen. Über die Jahre haben wir daher für unsere Kunden im airliners.de-Stellenmarkt folgende Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Stellenanzeige zusammengestellt:

Beim Formulieren des Anzeigentextes sollten Sie die "5 Ws" benennen - und zwar am Besten in dieser Reihenfolge:

1. Wir sind…
Kurze Vorstellung (Nicht jeder Kandidat kennt Ihre Firma: Schreiben Sie, was Sie tun und nennen Sie Standorte, Größe wie z.B. Mitarbeiterzahl und Besonderheiten.)

2. Wir bieten…
Arbeitsbedingungen und Leistungen sowie Entwicklungsmöglichkeiten (Beschreben Sie den Arbeitsplatz, das Team und nennen Sie z.B. Gehalt (z.B. Tariflohn), mögliche Erfolgsbeteiligungen, weitere Sozialleistungen wie zum Beispiel Altersversorgung, Urlaub, Bahnkarten-Zuschuss/Auto, Kantine, Kaffee umsonst...)

3. Wir suchen…
Stellenbeschreibung (eventuell Gründe für die Ausschreibung) inklusive der Aufgaben, die neue Mitarbeiter erwarten, Stellenprofil wie Eintrittstermin, Arbeitsort, Voll- Teilzeitstelle, ggf. Befristungen etc.

4. Wir erwarten…
Anforderungsprofil des Bewerbers (benennen Sie eher unwichtige Einstellungsvoraussetzungen am besten gar nicht und wenn, dann klar als optional gekennzeichnet)

5. Wir bitten um…
Infos zu erforderlichen Bewerbungsunterlagen und Organisatorisches (Kontakt für Rückfragen mit Ansprechpartner, Telefonnummer, E-Mail und Postanschrift bzw. Link zu Bewerbermanagement-Onlinetool, ggf. Bewerbungsschluss)

Technische Hürden: Die Stichwortsuche und Smartphones

Da Sie online rekrutieren und die meisten Leute Ihre Anzeige zunächst einmal über ein Suchformular finden müssen, sollten Sie sich Gedanken über die möglichen Suchbegriffe zu Ihrer Ausschreibung machen. Je mehr potentielle Suchbegriffe in Ihrem Anzeigentext vorkommen, desto besser. Hauptsache, die Begriffe passen.

Versetzen Sie sich dazu in die Lage der suchenden Kandidaten und überlegen Sie, welche Begriffe von ihrer Zielgruppe für diesen Job eventuell in das Suchfeld einer Stellenmaske eingegeben werden könnten. Denken Sie dabei neben sehr spezialisierten Begriffen und vor allem auch Synonymen oder englischen Bezeichnungen auch ganz simpel an generelle Stichworte wie "Flughafen" oder "Luftfahrt".

Wenn Sie sich in die Perspektive der Kandidaten begeben, heißt das heute auch, Stellenanzeigen auf mobilen Endgeräten anzuschauen. Das tun nämlich - zumindest auf airliners.de - mittlerweile fast die Hälfte aller Bewerber. Achten Sie daher darauf, dass Ihre Anzeigen gut auf Smartphones und Tablets gut zu lesen sind.

Vergessen Sie also hübsch gestaltete PDFs oder aufwändig nach Ihrer Firmen-CI gesetzte Anzeigen im Din-A4-Format. Nicht jeder Smartphonenutzer hat ein PDF-Reader installiert. Und was nutzt die beste Firmenschriftart, wenn sie auf dem Handy-Display nicht umbricht und das Lesen der Anzeige so zur Qual wird? Gute Stellenbörsen wie unsere bieten Ihnen ohnehin ein Smartphone-optimiertes Standardlayout an.

Auch wichtig: Rechtliche Rahmenbedingungen

Auch wenn es sich nicht immer schön liest: In Stellenanzeigen kommen Sie um geschlechtsneutrale Formulierungen nicht herum. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet in Deutschland die direkte oder indirekte Diskriminierung von Bewerberinnen und Bewerbern durch die Formulierung der Stellenanzeige oder Ausschreibung. Die Anforderungen der Stelle sind ethnisch neutral, geschlechts- und altersneutral zu beschreiben.

Ein einfaches (m/w) tut es in den meisten Fällen und liest sich auch nicht zu holprig. Es gibt übrigens auch Ausnahmen: Sie können geschlechterspezifisch ausschreiben, wenn die Besetzung durch eine Person mit einem bestimmten Profil sachlich erforderlich ist - beispielsweise wenn weibliche Mitarbeiterinnen für die Flughafen-Sicherheitskontrollen von weiblichen Passagieren gesucht werden.

Der Anzeigentitel ist das wichtigste Element

Jetzt haben wir uns direkt auf den Anzeigentext gestürzt. Natürlich ist der Text wichtig, aber der Anzeigentitel ist gerade in Online-Jobbörsen das wohl wichtigste Element Ihrer Online-Stellenanzeige. Mit dem Titel müssen Sie sich von den anderen Anzeigen hervorheben. Hier entscheidet sich, ob Ihre Anzeige geklickt wird. Daher sollten Sie einige wichtige Grundregeln bei der Formulierung beachten:

Nennen Sie im Anzeigentitel, was die Stelle für die Kandidaten neben der eigentlichen Jobbezeichnung generell attraktiv macht. Viele Menschen wollen an einem besonderen Produkt, in einer hippen Stadt oder in einer Traumbranche arbeiten. Ein einfaches "in der Luftfahrt" oder "am Flughafen" kann bei Ausschreibungen schon viel bewirken, denn schon sticht Ihre Anzeige unter anderen ähnlichen Anzeigen heraus:

Negativ-Beispiel: Qualitätsprüfer (m/w)
besser: Qualitätsprüfer (m/w) in der Luftfahrt/Airbus A380 in Hamburg

In der Regel nutzen Kandidaten die Stellenmarkt-Stichwortsuche, um passende Anzeigen zu finden. In den meisten Plattformen wird ein Treffer im Titel stark gewichtet. Um möglichst unter den ersten Treffern zu landen, sollte der Titel der Anzeige also möglichst so lauten, wie ein Bewerber nach einem Job suchen würde. Das ist in der Regel der gängige, deutschsprachige Begriff für die ausgeschriebene Tätigkeit:

Negativ-Beispiel: Aviation Quality Engineer Auditing (m/w)
besser: Qualitätsprüfer (m/w) in der Luftfahrt

Aber nur gefunden und in der Liste angezeigt zu werden, reicht nicht immer. Damit Ihre Anzeige auch von möglichst jedem passenden Kandidaten angeschaut wird, sollten Sie hier nicht zu viel wollen. Ihre Anzeige wird nämlich weniger geklickt, wenn Sie unwichtige beziehungsweise nur wünschenswerte Job-Voraussetzungen in den Anzeigentitel mit aufnehmen. Verzichten Sie daher im Anzeigentitel möglichst auf die Nennung von Kenntnissen und/oder Wunsch-Voraussetzungen:

Negativ-Beispiel: Qualitätsprüfer (m/w) mit DGQ und SAP R/3-Kenntnissen
besser: Qualitätsprüfer (m/w) in der Luftfahrt

Ihre Stellenanzeige auf airliners.de

Nachdem Sie nun wissen, wie man die perfekte Stellenanzeige schreibt, können Sie gleich üben: Im airliners.de-Stellenmarkt erreichen Sie schon ab 125 Euro interessante Kandidaten aus Luftfahrt, Tourismus und Logistik. Alle Angebote und ein Formular für die einfache Online-Anzeigenaufgabe finden Sie hier.

Über den Autor

David Haße David Haße ist Herausgeber und Chefredakteur von airliners.de. Der studierte Marketing- und Kommunikationsfachmann ist beruflich seit rund 15 Jahren in der Onlinebranche zu Hause. 2007 machte er sich mit dem zuvor als Projekt gestarteten airliners.de selbständig. Kontakt: david.hasse@airliners.de

Von: dh
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