Starkes Passagierplus und weniger Verspätungen in Stuttgart

04.07.2019 - 16:41 0 Kommentare

Von "Flugscham" sei nichts zu spüren: Der Flughafen Stuttgart zieht immer mehr Passagiere an und baut die Infrastruktur kräftig aus. Einzig die 2020 anstehende Sanierung der einzigen Landebahn trübt die Geschäftsaussichten.

Passagiere im Terminal 1 des Stuttgarter Flughafens. - © © Flughafen Stuttgart -

Passagiere im Terminal 1 des Stuttgarter Flughafens. © Flughafen Stuttgart

Diskussionen um den Klimawandel zum Trotz: Das Passagieraufkommen an den beiden großen Flughäfen in Baden-Württemberg wächst beständig. So sind im ersten Halbjahr am Stuttgarter Flughafen 5,8 Millionen Fluggäste zwischen gestartet oder gelandet. Das sind 9,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Eine "Flugscham" spüre man noch nicht, sagte Geschäftsführerin Arina Freitag am Donnerstag - ebenso wenig wie eine konjunkturelle Abkühlung. Der Flughafen rechnet für das Gesamtjahr mit sehr guten Ergebnissen.

Um dem Ansturm Herr zu werden, will der Flughafen im Sommer mehr Personal einsetzen und vor allem einen Engpass lösen: den der Toiletten. Es gebe derzeit deutlich mehr Herren- als Damentoiletten, deshalb werde an eine Umwidmung gedacht, so Freitag. Denn die Verteilung gehe heute nicht mehr mit dem Reiseverhalten einher.

Weniger Annulierungen und Verspätungen

Eine weitere positive Nachricht für Betreiber wie Passagiere: Nach dem Chaos im vergangenen Jahr sind am Stuttgarter Flughafen in den ersten sechs Monaten weniger Flüge gestrichen worden als im Vorjahreszeitraum. Von Januar bis Juni waren 860 Starts und Landungen ausgefallen, wie Geschäftsführerin Freitag berichtete.

2018 waren es im gleichen Zeitraum 1215. Der Prozentsatz der annullierten Flüge sank damit von 2,4 Prozent auf 1,5 Prozent. Im ersten Halbjahr zählte der Landesflughafen knapp 55 000 Flugbewegungen.

"Wir sehen, dass jede Airline ihre Hausaufgaben gemacht hat", sagte Freitag. So würden zusätzliche Crews und Flugzeuge vorgehalten. Allerdings gebe es weiterhin zu wenig Fluglotsen.

© Flughafen Stuttgart, Lesen Sie auch: Selbstfahrende Vorfeldfahrzeuge am Flughafen Stuttgart

Am Flughafen selbst wird weiter gebaut. Wann der Stuttgart-21-Halt am kommt, ist zwar weiterhin offen und auch die Eröffnung eines neuen Hotels verzögert sich. Die Verlängerung der U-Bahn läuft aber und neben der Planung weiterer Parkhäuser muss Geschäftsführer Walter Schoefer zufolge das in den 90er Jahren in Betrieb genommene Terminal 1 modernisiert werden. 2020 steht dann die Start- und Landebahn an - mit entsprechenden Auswirkungen.

Pistensanierung schränkt Flugangebot massiv ein

Vom 23. April an bis 17. Juni wird die Betondecke im östlichen Teil der Landebahn erneuert. In der ersten Phase wird sie von 3345 Meter auf 1965 Meter verkürzt - damit können nur noch Flugziele im Umkreis von 1400 Kilometern angesteuert werden. Dazu gehören etwa Amsterdam, Paris oder London, auf die Kanaren etwa kommt man aber nicht.

In der zweiten Phase wird mit einer 2475 Meter langen Strecke der Radius auf 2800 Kilometer erweitert. Flugziele in den USA etwa werden aber auch dann nur mit Zwischenstopp erreicht. Denn für größere Flugzeuge mit einer entsprechenden Reichweite ist die Landebahn dann zu kurz.

Angesichts der Diskussion um den Klimawandel setzt auch der Flughafen Stuttgart auf niedrigere CO2-Emissionen: So soll die neue Gebührenordnung dafür sorgen, dass die Fluggesellschaften leisere und spritsparende Maschinen einsetzen - sie enthält unter anderem Anreize für elektrisches Fliegen und alternative, klimaneutrale Kraftstoffe.

© Flughafen Stuttgart, Lesen Sie auch: Neue Entgeltordnung in Stuttgart soll umweltschonendes Fliegen fördern

Von: dk, dpa
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