IATA meldet schwache Nachfrage und sinkende Auslastung

Starke Umsatzrückgänge im internationalen Luftverkehr

30.07.2009 - 13:42 0 Kommentare

Die Umsätze im weltweiten Luftverkehr sind im steilen Sinkflug. Im Juni dürften die Erlöse weltweit zwischen 25 und 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat eingebrochen sein, teilte die Weltluftfahrtorganisation IATA in Genf mit.

IATA-Generaldirektor Giovanni Bisignani - © © IATA -

IATA-Generaldirektor Giovanni Bisignani © IATA

Nach den aktuellen Verkehrszahlen der International Air Transport Association (IATA) für den Monat Juni sank die Passagiernachfrage in der Luftfahrtindustrie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,2 Prozent. Das Frachtaufkommen reduzierte sich um 16,5 Prozent. Die internationale Passagierauslastung betrug 75,3 Prozent, im Juni 2008 lag sie noch bei 77,6 Prozent.

Hatte der Rückgang beim Passagieraufkommen im Mai dieses Jahres noch 9,3 Prozent betragen, verbesserte sich die Situation im Monat Juni leicht auf eine um 7,2 Prozent niedrigere Nachfrage. Parallel dazu wurden die Kapazitäten im Luftverkehr lediglich um 4,3 Prozent reduziert, wodurch die Durchschnittstarife und die Erlöse pro Sitzkilometer (Yields) weiterhin unter Druck geraten. Der Gesamtumsatz in den internationalen Märkten ging im Juni um 25 bis 30 Prozent zurück. Im Frachtsektor ist die Auslastung auf internationalen Strecken mit 47,3 Prozent im Monat Juni weiterhin sehr niedrig.

„Wir verzeichnen eine gewisse Stabilisierung bei der Passagiernachfrage in einigen Märkten, doch der Preis hierfür ist sehr hoch“, kommentierte Giovanni Bisignani, Director General und CEO der IATA, die aktuellen Verkehrszahlen des Weltluftfahrtverbandes. Selbst mit niedrigeren Tarifen liege die Auslastung um 2,3 Prozent niedriger als noch im Vorjahr. Die Fluggesellschaften würden mit Umsatzrückgängen im internationalen Luftverkehr in Höhe von bis zu 30 Prozent konfrontiert, und das just vor Beginn der Hauptreisezeit im Juli und August, wenn die Airlines traditionell ihr Geld verdienen, ergänzte Bisignani.

Mit Blick auf die Passagiernachfrage in den einzelnen Regionen meldeten die Fluggesellschaften im asiatisch-pazifischen Raum im Juni einen Rückgang von 14,5 Prozent bei der Passagiernachfrage. Vor allem die Ängste vor einer Ausbreitung des H1N1-Virus wirken sich gravierend auf diese Region aus. Die nordamerikanischen Airlines meldeten eine gewisse Erholung: Der Rückgang beim Fluggastaufkommen betrug im Juni 6,7 Prozent, im Mai waren es noch 10,9 Prozent. Die Auslastung stellte mit insgesamt 82,6 Prozent die höchste aller Regionen dar, doch gingen die Umsätze aus den internationalen Märkten um 29 Prozent zurück.

In Europa sank die Nachfrage von Passagierseite um 7,1 Prozent, im Mai waren es 9,4 Prozent. Die Auslastung betrug im Juni durchschnittlich 77,3 Prozent. Auch in Lateinamerika ging das Fluggastaufkommen um 4,7 Prozent zurück. Hier gibt es deutliche Anzeichen, dass sich die Region von der Krise durch das H1N1-Virus erholt, die sich im Mai noch mit einem Rückgang um 9,2 Prozent stark bemerkbar gemacht hatte. Die Fluggesellschaften in Afrika meldeten für Juni eine um 5,9 Prozent niedrigere Passagiernachfrage auf internationalen Strecken. Lediglich im Mittleren Osten erhöhte sich das Passagieraufkommen auch im Juni um 12,9 Prozent, die Kapazitäten stiegen um 15,2 Prozent.

Von: IATA, dpa
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