Ermittlungen gegen Ex-BER-Technikchef Amann

05.07.2017 - 12:54 0 Kommentare

Es gibt einen Untreueverdacht gegen den früheren Technikchef der Berliner Flughäfen, Horst Amann. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob er unberechtigt Geld an einen Auftragnehmer des Hauptstadtflughafens BER überwiesen hat.

Der ehemalige BER-Technikchef Horst Amann. - © © dpa - Bernd Settnik

Der ehemalige BER-Technikchef Horst Amann. © dpa /Bernd Settnik

Wegen des Verdachts der Untreue ermittelt die Staatsanwaltschaft Cottbus gegen den früheren Geschäftsführer und Technikchef der Berliner Flughäfen, Horst Amann. Das sagte Oberstaatsanwältin Petra Hertwig jetzt auf Anfrage. Mit einem Durchsuchungsbeschluss sei die Herausgabe von Unterlagen der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) in Schönefeld erzwungen worden.

Hertwig sagte, es bestehe der Anfangsverdacht, dass Amann Ende 2012 größere Geldbeträge an die Firma Imtech als Abschlagszahlungen überwiesen habe. Es werde nun geprüft, ob diese Zahlungen überhöht oder ganz unberechtigt gewesen seien. Imtech war auf der Baustelle des Hauptstadtflughafens BER für die Haustechnik zuständig. Deren Mängel haben bis heute die Eröffnung des BER verhindert.

Flughafengesellschaft äußert sich

Vor der Staatsanwaltschaft hatte die Flughafengesellschaft mitgeteilt, dass die Anklagebehörde wegen des Verdachts der Untreue gegen einen ihrer ehemaligen Geschäftsführer ermittele. "Es handelt sich um einen Vorgang aus dem Jahr 2012", hieß es. Ein Flughafensprecher betonte, es habe keine Durchsuchung von Büroräumen in Schönefeld gegeben.

Staatsanwältin Hertwig bestätigte diese Darstellung. Die geforderten und zuvor nicht herausgegebenen Unterlagen seien nach Vorlage des richterlichen Beschlusses einem Staatsanwalt übergeben worden.

Amann reagiert überrascht

Nach einem Bericht der "Potsdamer Neuesten Nachrichten" geht es in dem Fall um zwei Abschlagszahlungen über insgesamt rund 70 Millionen Euro an Imtech und die Frage, ob dafür Leistungen erbracht wurden oder nicht. Amann habe sich die Zahlungen, begründet mit sonst drohendem Stillstand auf der Baustelle, vom Aufsichtsrat genehmigen lassen.

Amann sagte der "Berliner Morgenpost" am Dienstag: "Mir ist nichts davon bekannt und ich habe mir nichts vorzuwerfen." Der Bauingenieur war im August 2012 als Hoffnungsträger vom Flughafen Frankfurt nach Berlin gekommen, um das Milliardenprojekt BER aus der Krise zu führen. Jedoch geriet er in Strategiefragen mehrfach mit dem damaligen BER-Chef Hartmut Mehdorn aneinander und verließ 2013 die Großbaustelle.

© dpa, Bernd Wüstneck Bildergalerie: Der BER als Personalkarussell

In einem Korruptionsprozess rund um den Bau des Hauptstadtflughafens und Imtech war ein ehemaliger Bereichsleiter der Flughafengesellschaft im Oktober 2016 zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Cottbus verhängte gegen ihn dreieinhalb Jahre Gefängnis wegen Bestechlichkeit. Zudem musste er 150.000 Euro zahlen.

Von: ch, dpa
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