Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ryanair-Piloten

Die Billigairline Ryanair gerät mal wieder in die Negativschlagzeilen: Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Koblenz gegen Piloten des Unternehmens. Sie sollen ihre Selbstständigkeit nur vorgetäuscht haben.

Boeing 737-800 der Ryanair im Landeanflug - © © dpa - Patrick Pleul

Boeing 737-800 der Ryanair im Landeanflug © dpa /Patrick Pleul

Piloten der irischen Billigfluglinie Ryanair sind ins Visier der Koblenzer Staatsanwaltschaft geraten. Die Behörde ermittele wegen Scheinselbstständigkeit gegen 51 Verdächtige, sagte der stellvertretende Leiter der Staatsanwaltschaft Koblenz, Hans Peter Gandner, am Montag. Es bestehe der Verdacht, dass die Beschuldigten keine Sozialversicherungsbeiträge abführten und ihre Selbstständigkeit nur vortäuschten. Die Ermittlungen richteten sich vor allem gegen Piloten, betroffen seien aber auch Verantwortliche von Ryanair.

Die Ermittlungen, die seit rund sechs Wochen liefen, gestalteten sich schwierig und aufwendig, sagte Gandner. Daher könne er derzeit auch keine weiteren Angaben machen. Es werde davon ausgegangen, dass Ryanair mit nicht angestellten Piloten Geld sparen wolle. Die aktuellen Ermittlungen hätten ihren Ursprung in anderen Ermittlungen, bei denen die Behörde die Beschäftigungsverhältnisse des Kabinenpersonals unter die Lupe genommen habe.

Ryanair startet und landet auch am Hunsrück-Flughafen Hahn. Eine Sprecherin von Ryanair wollte zu den Ermittlungen der Koblenzer Behörde keine Stellung nehmen: «Wir kommentieren keine Gerüchte und Spekulationen», sagte sie. Hahn sei die größte deutsche Ryanair-Basis mit neun stationierten Flugzeugen. Insgesamt gebe es bei der Fluglinie rund 3500 Piloten.

Zwischen den Piloten und der Geschäftsleitung von Ryanair knirscht es derzeit gewaltig. Grund ist die neue Vereinigung "Ryanair Pilot Group" (RPG), der bislang mehr als die Hälfte der Piloten angehören soll. Vor kurzem hatte die auch von der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit unterstützte Gruppe einen Interimsrat gewählt. Doch Ryanair-Chef Michael O'Leary bleibt hart: Für ihn existiert die RPG schlicht und einfach nicht.

Von: dpa, airliners.de

Datum: 12.08.2013 - 14:58

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