Spritverbrauch deutscher Airlines sinkt

17.08.2016 - 16:02 0 Kommentare

Der durchschnittliche Verbrauch der deutschen Airlines pro Person und 100 Kilometer ist im vergangenen Jahr gesunken, wie der Branchenverband BDL mitteilte. Für diese Entwicklung gibt es mehrere Gründe.

Ein Airbus A321 wird auf dem Hamburger Flughafen betankt.  - © © dpa - Markus Scholz

Ein Airbus A321 wird auf dem Hamburger Flughafen betankt. © dpa /Markus Scholz

Der durchschnittliche Verbrauch der deutschen Airlines pro Person und 100 Kilometer ist im vergangenen Jahr auf 3,63 Liter gesunken. Das sei ein neuer Spitzenwert, heißt es in dem jetzt veröffentlichten Klimaschutzreport des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

Den Angaben zufolge hat sich der deutsche Luftverkehr seit 1990 mehr als verdreifacht. In diesem Zeitraum sei der Kerosinbedarf jedoch nur um 85 Prozent gestiegen, hieß es. Der Grund: seit 1990 ist der durchschnittliche Verbrauch der deutschen Flotte pro Person und 100 Kilometer um 42 Prozent gesunken.

Foto: © BDL

Grund für diese Entwicklung sind zum Beispiel die modernen Motoren, die weniger Sprit verbrauchen, sowie eine verbesserte Aerodynamik der Maschinen. Laut BDL habe aber auch die Deutsche Flugsicherung (DFS) ihren Teil dazu beigetragen.

Demnach hat die DFS in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass Flugzeuge immer weniger Umwege fliegen müssen. So sei die durchschnittliche Abweichung von der Ideallinie einer Flugstrecke in Deutschland auch 2015 reduziert worden, hieß es in dem Report - und zwar von 5,5 auf 3,8 Kilometer. Das entspricht einem Rückgang von mehr als 30 Prozent.

Auf Langstrecke ist Verbrauch am niedrigsten

Der BDL wies außerdem darauf hin, dass der Verbrauch pro Passagier beim Fliegen unter anderem von der Auslastung des Flugzeugs und der Streckenlänge abhängt. So würden reine Touristikflüge im Schnitt pro Person weniger Kerosin verbrauchen, weil sie aufgrund langfristiger Planung und Buchung in der Regel eine höhere Auslastung aufweisen würden als Linienflüge.

Foto: © BDL

Weniger Spritverbrauch bedeutet weniger CO2-Ausstoß. Damit die deutschen Airlines weiter neue, spritsparende Flugzeuge kaufen können, braucht es laut BDL die Unterstützung der Regierung. Die Investitionen könnten höher ausfallen, wenn der Gesetzgeber die wettbewerbsverzerrenden Belastungen wie zum Beispiel die Luftverkehrssteuer reduzieren würde. (Die Abschaffung der Ticketsteuer ist in Deutschland ein Dauerthema, die Branche hat das schon mehrfach gefordert.)

Die internationale Luftfahrtbranche hat sich bereits 2009 auf einen Plan zur Reduzierung der Emissionen geeinigt. Er sieht vor, ab 2020 in der Luftfahrt CO2-neutral zu wachsen. Bis 2050 sollen die Emissionen trotz Wachstum dann sogar auf die Hälfte der Emissionen von 2005 fallen.

Foto: © BDL

Von: ch
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