Spohr äußert sich zur Eurowings-Strategie

18.05.2018 - 16:59 0 Kommentare

Nach dem Ende der Air Berlin setzt Eurowings auf schnelles Wachstum - dies führt zu höheren Kosten, so Lufthansa-Chef Spohr. Bei den Kosten habe man ein ganz klares Vorbild.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG. - © © dpa - Arne Dedert

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG. © dpa /Arne Dedert

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat ungewöhnlich deutlich das aus seiner Sicht "Problem" beim Wachstum der Billigtochter Eurowings angesprochen. "Das Hauptproblem mit Eurowings ist für uns, dass wir Wachstum aus strategischen Gründen der Profitabilität vorgezogen haben", sagte er der englischsprachigen "ATW Online".

Eurowings sei zwar hinter Ryanair und Easyjet zum drittgrößten Low-Cost-Carrier in Europa aufgestiegen, allerdings stand das Wachstum unter dem Druck der Air-Berlin-Pleite. "Wenn man nicht genug Flugzeuge in der Flotte hat, least man sie halt - das haben wir getan, nur kamen dadurch Kosten oben drauf."

Anderer Billigflieger als Vorbild

Eurowings hatte für das vergangene Geschäftsjahr erstmals einen Gewinn verzeichnet. Die Zahlen in der Bilanz werden aber mit denen von Brussels Airlines zusammengerechnet. Brussels allerdings betreibt erst seit diesem Sommer Maschinen unter EW-Flugcode und führt ansonsten eine Flotte, die mit rund 60 Maschinen ungefähr ein Drittel so groß ist wie die der Eurowings inklusive der für diese operierenden Flugbetriebe.

Als Vorbild für Eurowings sieht Spohr die Profitabilität von Easyjet. "Wir werden beim Umsatz auf ein ähnlich hohes Niveau wie Easyjet kommen, allerdings wollen wir auch bei den Kosten auf einer Stufe stehen - das ist unser strategisches Ziel!"

Die Grafik zeigt Umsatz im Vergleich zum Ergebnis, die Stückkosten (Cask) und den Kapitalaufwand (Roce) von Eurowings und Easyjet beziehungsweise Ryanair. *=ohne Brussels. Quelle: Unternehmen, Darstellung: airliners.de

Eurowings hat mit rund 80 Maschinen den Löwenanteil der insolventen und inzwischen verschwundenen Air Berlin übernommen - unter anderem fliegt der Regional-Carrier LGW inzwischen mit 20 Turboprop und 13 A320-Flugzeugen für die Lufthansa-Billigtochter. Im Winter sollen 210 Maschinen unter EW-Flugcode abheben.

Von: cs
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