Spohr pocht bei Brussels auf mehr Kooperation

06.06.2018 - 16:24 0 Kommentare

Brussels soll in Eurowings integriert werden. Auf der Langstrecke arbeiten beide Lufthansa-Airlines schon zusammen. Konzernchef Spohr machte nun klar, dass er mehr Kooperation erwartet.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei der Hauptversammlung 2018. - © © Lufthansa -

Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei der Hauptversammlung 2018. © Lufthansa

Lufthansa-Chef Carsten Spohr verlangt von den Mitarbeitern der Brussels Airlines "mehr Kooperation bei der Integration in die Eurowings". Denn allein ist der belgische Carrier "ohnehin zu klein, um erfolgreich zu sein", sagte er der Zeitung "La Libre Belgique".

Doch gerade der finanzielle Erfolg sei ausschlaggebend für die weitere Flottengestaltung der belgischen Lufthansa-Tochter. Doch dieser leide aktuell vor allem unter den Pilotenstreiks dreier belgischer Gewerkschaften. "Innerhalb der Lufthansa Gruppe ist Brussels Airlines eine relativ kleine Airline, wenn dort gestreikt wird, wirkt sich das unmittelbar auf ihre Ergebnisse aus."

Lufthansa hatte Ende 2016 Brussels komplett übernommen und angekündigt, den Carrier in die Billigtochter Eurowings zu integrieren. Eigentlich sollte dafür Ende vergangenen Jahres ein Plan vorgestellt werden, doch forderte der Air-Berlin-Wegfall so viele Ressourcen, dass dieser erst einmal hinten anstehen musste.

Mehr Kooperationen im Europaverkehr

Dass die Bereitschaft zur Kooperation bei Brussels bislang nicht im vom Lufthansa-Konzern gewünschten Umfang vorhanden war, zeigte sich mehrfach an den Äußerungen des ehemaligen Brussels-Chefs Bernard Gustin. Dieser sprach in Interviews häufiger davon, dass die Marke Brussels auch weiterhin eigenständig bleibe. Anfang des Jahres ersetzte man Gustin durch die Lufthansa-Managerin Christina Förster.

Dabei soll Spohr Medienberichten zufolge den Umstand genutzt haben, dass die vier Brussels-Mitglieder im Verwaltungsrat der SN Airholding seit Jahresbeginn kein Vetorecht mehr haben und von den fünf Lufthansa-Managern mit einfacher Mehrheit überstimmt werden können. Zuletzt sollen die Zahlen von Brussels so schlecht gewesen sein, dass Spohr "die Geduld verloren" habe, heißt es in Airline-Kreisen.

Der Kranichchef machte nun gegenüber "La Libre Belgique" klar, dass Brussels im Europaverkehr Eurowings unterstützen soll - auf der Langstrecke wird die vor allem durch ihre Afrika-Verbindungen bekannte Marke erhalten bleiben. Im vergangenen Herbst hatte es auf der Strecke Berlin-Brüssel erste Kooperationsversuche im innereuropäischen Netz gegeben.

Zusammenarbeit auf der Langstrecke läuft bereits

Seit diesem Sommer betreibt Brussels für Eurowings auch einen Teil der Langstrecke: Drei Maschinen heben unter belgischer Führung für die Lufthansa-Billigtochter in Düsseldorf ab - inklusive der neuen "Bizz Class". Langfristig soll Brussels zum Langstrecken-Kompetenzanker im Eurowings-Verbund ausgebaut werden.

Darüber hinaus betreibt weiterhin der deutsche Teil von Sun Express sieben Interkontinentaljets für die Kranich-Tochter. Dieses Engagement soll nach airliners.de-Informationen vorerst nicht zurückgefahren werden.

Darstellung: © airliners.de

Von: cs
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