Spohr schiebt Austrians Flottenwünsche auf

16.05.2018 - 12:34 0 Kommentare

Austrian will ihre Langstreckenflotte erneuern, zum 60. Geburtstag sagt Lufthansa-Chef Spohr: Solange die Zahlen nicht stimmen, gibt es keine neuen Maschinen. Austrian sieht in der Diskussion keine Eile geboten.

Carsten Spohr (Mitte) mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz (links) und Verkehrsminister Norbert Hofer. - © © Austrian Airlines - Michele Pauty

Carsten Spohr (Mitte) mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz (links) und Verkehrsminister Norbert Hofer. © Austrian Airlines /Michele Pauty

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat sich zögerlich bei der Frage nach Investitionen in die Langstreckenflotte von Austrian Airlines gezeigt. "Wir entscheiden dann über die Zukunft der Langstreckenflotte der AUA, wenn wir uns sicher sind, dass sich die AUA eine solche Investition leisten kann", sagte Spohr anlässlich des 60. Jubiläums des österreichischen Carriers laut regionaler Medien.

So kritisierte Spohr, dass Austrian gerade einmal vier Prozent zum Ergebnis der Lufthansa Group beitrage, allerdings rund zehn Prozent der Konzernflotte für sich beanspruche. Diese Ansicht des Konzernchefs kritisieren Branchenkenner. Beispielsweise würden die Konzerntöchter LSG Sky Chefs (Catering) und Lufthansa Technik (MRO) gar keine eigenen Flugzeuge führen, aber einen nicht unerheblichen Anteil am Konzernergebnis beitragen.

Die Grafik zeigt die prozentualen Anteile ausgewählter Lufthansa-Sparten (ohne Technik und Catering) am Gesamt-Ebit (linke Balken) sowie deren Anteil an der Konzernflotte (rechte Balken). Stichtag: 31. Dezember 2017 | Quelle: Lufthansa Group Foto: © airliners.de

Spohr bestätigte zudem noch einmal, dass der Fokus beim Wachstum des Kranichs nicht mehr nur auf dem deutschen Lufthansa-Hub Frankfurt liege, sondern vor allem die anderen Drehkreuze der Group gefordert sein - unter anderem München (Lufthansa), Zürich (Swiss) und Wien (Austrian). Um überproportional Luftverkehr nach Österreich zu holen, müsse Austrian einen Kostenvorteil bieten. Laut Spohr sei an der Stelle noch Potenzial - "da kann Austrian Airlines noch besser werden".

Austrian Airlines hat noch einen langen Weg vor sich.

Carsten Spohr, Lufthansa-Chef

Im vergangenen Jahr erwirtschafte Austrian laut Geschäftsbericht vor Steuern 101 Millionen Euro. Operativ müsste die österreichische Airline allerdings mindestens 150 Millionen Euro Gewinn einfliegen, damit über neue Langstreckenflugzeuge entschieden werden könne, gab der scheidende Airline-Chef Kay Kratky zu bedenken.

Langstreckenflotte durchschnittlich fast 22 Jahre alt

Austrian betreibt aktuell zwölf Flugzeuge des Typs Boeing 767 und Boeing 777 auf der Langstrecke. Diese haben laut ch-Aviation ein Durchschnittsalter von fast 22 Jahren. Kratky wies daraufhin, dass durch umfangreiche Checks die Diskussion über eine Erneuerung der Langstreckenflotte um drei bis vier Jahre aufgeschoben werden könnte.

Die Lufthansa Group hatte in der vergangenen Woche für 2,1 Milliarden Euro neue Flugzeuge bei Airbus und Boeing geordert. Mit der Auslieferung sollen "ältere Flugzeuge in den Flugbetrieben der Lufthansa Group ersetzt werden", hieß es in einer Mitteilung. Swiss bekommt zwei neue Boeing-777-300ER, Austrian geht zunächst leer aus.

© AirTeamImages.com, Lesen Sie auch: Lufthansa investiert in neue Maschinen

Von: cs
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