Spezialdienst Time Matters gehört jetzt komplett Lufthansa Cargo

09.08.2016 - 12:01 0 Kommentare

Aus der Ankündigung ist ein Vollzug geworden: Time Matters gehört nun vollständig Lufthansa Cargo. Letztere hat aber schon vor dem Kauf Anteile an dem Spezialdienst besessen.

Zwei Mitarbeiter von Time Matters. - © © Time Matters -

Zwei Mitarbeiter von Time Matters. © Time Matters

Lufthansa Cargo hat eigenen Angaben zufolge die auf Eiltransporte und Notfall-Logistik spezialisierte Time Matters komplett übernommen. Mit dem Kauf ist die 2002 von der Fracht-Airline ausgegründete Time Matters jetzt vollständig im Besitz des Mutterkonzerns.

Bisher hielt die Frachtfluglinie 49 Prozent der Anteile. Der Mehrheitsanteil von 51 Prozent gehörte dem Finanzinvestor Aheim Capital sowie der Geschäftsführung von Time Matters, die ihre Anteile jetzt verkauft haben. Welche Summen bei der Transaktion geflossen sind, wurde in der Mitteilung nicht genannt. Dass Lufthansa Cargo Time Matters übernehmen will, war bereits bekannt.

Mit dem Kauf von Time Matters wolle man auch im Spezialsegment auf Wachstum setzen, sagte Lufthansa-Cargo-Chef Peter Gerber laut einer Mitteilung. Die Fracht-Airline und der Spezialdienst haben auch schon vor dem Kauf zusammengearbeitet.

Stellenabbau und Produkt-Offensive

Das klassische Frachtgeschäft kriselt derzeit. Die Durchschnittserlöse seien seit einem Jahr etwa um 15 bis 20 Prozent gesunken, hatte Gerber kürzlich gesagt. "Es gibt dreimal so viel Kapazität wie Nachfrage." Gerade die Fluglinien vom Persischen Golf wie Emirates drängten mit immer mehr Maschinen auf den Markt, so der Airline-Chef. Das drücke die Preise für Luftfracht in den Keller.

Um wieder wettbewerbsfähiger zu werden, setzt die Cargo-Airline mehr auf Privatkunden und den Online-Handel. Außerdem wurde eine Produkt-Offensive gestartet.

© dpa, Andreas Gebert Lesen Sie auch: Lufthansa Cargo startet Produkt-Offensive

Der Konzern hat aber auch einen Stellenabbau angekündigt. Weltweit sollen bis zu 800 Arbeitsplätze gestrichen werden, 500 davon in Deutschland. Der Abbau solle so sozialverträglich wie möglich erfolgen, hieß es. Das Unternehmen beschäftigt weltweit etwa 4600 Mitarbeiter.

Lufthansa Cargo will jährlich 80 Millionen Euro einsparen, davon 55 Millionen Euro Personalkosten und 25 Millionen Euro Dienstleisterkosten. Das Sparprogramm soll ab 2017 schrittweise realisiert werden. Im abgelaufenen Jahr hatte Lufthansa Cargo einen Gewinneinbruch verzeichnet.

Von: ch
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