SPD-Vize Schäfer-Gümbel keilt gegen Ryanair

22.03.2018 - 13:44 0 Kommentare

Der SPD-Bundesvize Schäfer Gümbel positioniert sich gegen das Frankfurt-Engagement von Ryanair. Der Verkehr der Iren an zentralen deutschen Airports könnte durch die Lauda-Motion-Übernahme noch weiter wachsen.

Thorsten Schäfer-Gümbel. (Foto: Sebastian Scholl, gepostet auf Flickr, CC-BY-NC-ND 2.0) - © © Sebastian Scholl -

Thorsten Schäfer-Gümbel. (Foto: Sebastian Scholl, gepostet auf Flickr, CC-BY-NC-ND 2.0) © Sebastian Scholl

Um die Frage, wie die SPD zum Billigflieger Ryanair steht, gibt es aktuell eine Diskussion. Nach Informationen aus Teilnehmer-Kreisen soll Bundesparteivize Thorsten Schäfer-Gümbel kürzlich bei einer Veranstaltung gesagt haben:

Wir fliegen nicht Ryanair.

Thorsten Schäfer Gümbel, SPD-Chef Hessen und stellvertretender Bundesvorsitzender

Ein Sprecher der hessischen SPD bestätigte gegenüber airliners.de, dass die Mitarbeiter der Landespartei angehalten seien, Flüge des irischen Low-Cost-Carriers nicht zu nutzen. "Unsere grundsätzliche Haltung ist, dass man das Geschäftsmodell von Ryanair nicht dadurch unterstützen sollte, dass man mit der Airline fliegt."

Anders sieht es offenbar die Bundes-SPD: Der Parteivorstand rate seinen Mitarbeitern nicht von Ryanair-Flügen ab, erklärte hier ein Sprecher auf Anfrage von airliners.de.

Schäfer-Gümbel sagte vor rund einhundert Gästen auf einer Veranstaltung des Arbeitgeberverbands Luftverkehr (AGVL), dass die Partei strikt dagegen sei, dass "man dem irischen Billigflieger in Frankfurt den roten Teppich ausgerollt habe", heißt es. Die Iren hatten angelockt von Fraport-Rabatten im Frühjahr vergangenen Jahres in Frankfurt eine Basis eröffnet.

Airlines in Frankfurt
Angaben in Prozent
Lufthansa 62.4
Condor 4.4
Ryanair 3.6
Austrian Airlines 1.8
United Airlines 1.7
Air Canada 1.2
Tuifly 1.2
Emirates 1.1
British Airways 1.0
Übrige Airlines 21.6

Die Grafik zeigt die Verteilung der im Sommer angebotenen Sitzplatzkapazitäten von Airlines ab dem Flughafen Frankfurt. Angaben gerundet. "Übrige Airlines" sind jene mit jeweils weniger als ein Prozent Anteil. Quelle: ch-aviation

Zudem will Ryanair in diesem Sommer auch kurzzeitig die Flughäfen Berlin-Tegel und Düsseldorf ins Streckennetz aufnehmen. Ein langfristiges Engagement dort schlossen die Iren zuletzt auf airliners.de-Anfrage allerdings aus, weil aktuell keine Slots zu attraktiven Zeiten verfügbar seien.

Lauda Motion könnte Ryanair Slots einbringen

Experten vermuten, dass die nun angekündigte 75-Prozent-Übernahme der Niki-Nachfolgerin Lauda Motion letztlich auch ein Vehikel sein könnte, weitere große Airports in das Ryanair-Streckennetz zu integrieren. Denn Lauda Motion startet im Sommer die Operation auf der Basis von 40.000 Slots der ehemaligen Niki unter anderem in Berlin-Tegel, Düsseldorf und Wien.

Montage: © airliners.de, AirTeamImages.com, Chris Jilli, Matthieu Douhaire Lesen Sie auch: Von Lufthansa-Hasen und Ryanair-Igeln Gedankenflug

All dies sind Airports, an denen Ryanair bislang keine Basis betreibt. Start- und Landerechte können laut Experten innerhalb eines Konzerns allerdings hin- und hergeschoben werden, sodass die Iren theoretisch im nächsten Flugplan auch die Lauda-Motion-Slots zum Beispiel in Düsseldorf für eigene Verbindungen nutzen könnten.

Von: cs
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