SPD fordert verpflichtende Insolvenzabsicherung für Airlines

15.08.2017 - 09:31 0 Kommentare

Geht eine Airline pleite, ist der Fluggast einer von vielen Gläubigern. Darum muss laut SPD eine verpflichtende Insolvenzabsicherung her - und zwar eine, die über die deutschen Grenzen hinaus reicht.

Eine Passagiermaschine am Flughafen Frankfurt.  - © © dpa - Boris Roessler

Eine Passagiermaschine am Flughafen Frankfurt. © dpa /Boris Roessler

Die SPD hat sich für eine verpflichtende Insolvenzabsicherung für Airlines zum Schutz der Kunden ausgesprochen. Eine solche gesetzliche Regelung müsse "auf europäischer Ebene oder sogar international getroffen werden", sagte die tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Gabriele Hiller-Ohm, jetzt dem "Handelsblatt".

Bei der Beratung zur EU-Fluggastrechterichtlinie müsse die Bundesregierung daher darauf hinwirken, dass eine Insolvenzabsicherungspflicht in die Richtlinie aufgenommen werde. Einige wenige Airlines böten einen freiwilligen Versicherungsschutz gegen Insolvenz für ihre Fluggäste an, das jedoch "reicht nicht aus", so Hiller-Ohm.

"Einer von vielen Gläubigern"

Auch die Tatsache, dass ein Fluggast über den mit der Airline abgeschlossen Luftbeförderungsvertrag einen Anspruch darauf habe, vom Vertrag zurückzutreten und den Ticketpreis zurückzubekommen, führe praktisch nur dazu, dass der Fluggast im Falle einer Insolvenz "einer von vielen Gläubigern" sei.

Die derzeitigen Regeln seien "nicht im Sinne des Verbraucherschutzes", sagte die SPD-Politikerin. "Hier müssen wir die Rechte der Fluggäste stärken." Ähnlich hatten sich kürzlich erst die Verbraucherzentralen geäußert.

© dpa, Fotomontage: airliners.de Lesen Sie auch: Fortführung oder Beendigung einer Airline Die Luftrechts-Kolumne (49)

Von: ch, AFP
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Easyjet-Maschine bei der Landung Easyjet muss bei Stornierung Steuern und Gebühren erstatten

    Das Landgericht Frankfurt hat eine Vertragsklausel des Billigfliegers Easyjet zu Flughafengebühren gekippt. Die Fluggesellschaft hatte in den Geschäftsbedingungen ausgeschlossen, ihren Kunden Steuern und Gebühren zu erstatten, falls sie von ihrem Beförderungsvertrag zurücktreten.

    Vom 05.01.2018
  • Passagiere am Flughafen Frankfurt. Verbrauchernahes Handeln gefragt

    Schiene, Straße, Luft Die Verbraucherrechte beim Reisen sind je nach Verkehrsträger unterschiedlich ausgeprägt. Oftmals ginge es noch besser, wenn in erster Linie professionell gearbeitet würde, meint Verkehrsjournalist Thomas Rietig.

    Vom 05.01.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus