Sparprogramm wirkt nicht wie erhofft: Air France vor der Zerreißprobe

02.07.2013 - 14:25 0 Kommentare

Air France kämpft weiter mit Verlusten. Wie bei Lufthansa krankt es im Regionalverkehr. Das aktuelle Sparprogramm der Franzosen greift aber nicht. Folgen nun weitere Auslagerungen oder sogar ein Bruch mit KLM?

Flugzeuge von Air France und KLM

Flugzeuge von Air France und KLM
© Air France

ATR72 im HOP!-Design

ATR72 im HOP!-Design
© AirTeamImages.com - Clement Alloing

Embraer 145 der HOP! am Flughafen Stuttgart

Embraer 145 der HOP! am Flughafen Stuttgart
© Flughafen Stuttgart

Blick auf eine Embraer ERJ-170 der Fluggesellschaft Hop!

Blick auf eine Embraer ERJ-170 der Fluggesellschaft Hop!
© AirTeamImages.com - Christian Galliker

Bombardier CRJ700 der HOP! by Air France

Bombardier CRJ700 der HOP! by Air France
© AirTeamImages.com - Clement Alloing

Die Fluggesellschaft Air France-KLM kann einem Pressebericht zufolge Umsatzrückgänge mit ihrem Sparprogramm nicht ausgleichen. Von dem 1,5 Milliarden Euro schweren Sparziel seien 990 Millionen Euro erreicht, berichtet die französische Wirtschaftszeitung "Les Echos" am Dienstag ohne Quellen zu nennen.

Diese Einsparungen reichten allerdings nicht aus, um die Umsatzrückgänge auf Kurz- und Mittelstrecken wettzumachen. Die Franzosen hatten Gehälter gedeckelt und Arbeitsplätze gestrichen. Dennoch sei der anvisierte Produktivitätssprung von 20 Prozent um drei Prozentpunkte verfehlt worden.

Als Folge könnte Air France Aktivitäten an die Tochtergesellschaften "HOP!" und Transavia auslagern. Ähnlich wie im Lufthansa-Konzern, bei dem Germanwings die Linien abseits der Drehkreuze komplett übernimmt, versucht Air France bereits seit Ende April, etliche europäische Regionalstrecken unter der neuen Marke Hop zu vermarkten.

Die Regionalpartner Régional, Brit Air und Airlinair haben sich der neuen Regionalmarke angeschlossen. Unter nun einer gemeinsamen Hop-Führung sollen Synergien genutzt werden. Die Tochter Transavia France bleibt dagegen eigenständig und übernimmt Charterflüge. Air-France-Partner Cityjet dagegen zieht sich aus der Franchise-Vereinbarung mit Air France zurück.

Sollte der jetzige Restrukturierungsversucht erneut scheitern, sieht es schlecht aus für Air France: Nach jahrelangen Verlusten und unzähligen Restrukturierungsversuchen scheint KLM langsam die Nerven mit ihrem französischen Partner zu verlieren. Das berichten zumindest niederländische Medien. Die KLM-Gewerkschaften wollen demnach keine weiteren Einsparungen hinnehmen, die lediglich dazu dienen, Air France zu stützen. Insgesamt soll KLM seit dem Bestehen der Air France-KLM-Gruppe (2004) bereits drei Milliarden Euro zum Ausgleich des defizitären Flugbetriebs der Schwestergesellschaft aufgewendet haben.

Von: airliners.de mit dpa
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