Sparprogramm: Lufthansa will Rechenzentren ausgliedern

25.10.2013 - 16:48 0 Kommentare

Auf seinem harten Sparkurs hat Lufthansa-Chef Christoph Franz nun die eigenen Rechenzentren im Visier. Weil sie nicht billig genug anbieten können, sollen sie aus dem Konzern fliegen.

Das Operation Center in Budapest übernimmt die Fernwartung für die Netzwerk- und Serversysteme der Lufthansa Systems.

Das Operation Center in Budapest übernimmt die Fernwartung für die Netzwerk- und Serversysteme der Lufthansa Systems.
© Lufthansa Systems

Das Rechenzentrum in Kelsterbach ist eines der leistungsfähigsten seiner Art in Europa.

Das Rechenzentrum in Kelsterbach ist eines der leistungsfähigsten seiner Art in Europa.
© Lufthansa Systems

Lufthansa-Fahnen wehen in Köln vor der Hauptverwaltung der Fluglinie.

Lufthansa-Fahnen wehen in Köln vor der Hauptverwaltung der Fluglinie.
© dpa - Oliver Berg

Die Lufthansa will einen großen Teil ihrer IT-Mitarbeiter aus dem Konzern ausgliedern. Es sei geplant, den Infrastrukturbereich mit zusammen rund 1300 Beschäftigten in eine Partnerschaft mit einem internationalen Anbieter zu überführen, sagte eine Sprecherin der Lufthansa Systems AG am Freitag auf Anfrage. Auch 1000 Mitarbeiter an den deutschen Standorten Kelsterbach bei Frankfurt und Flensburg seien betroffen.

Grund für den Umbau ist der interne Kostendruck: Der Lufthansa-Konzern will im Zuge des Sparprogramms «Score» die Infrastrukturleistungen von Rechen- und Callcentern neu ausschreiben und verlangt Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich. Die konzerneigene Lufthansa Systems AG sah sich wegen der mangelnden Größe des eigenen Infrastrukturgeschäfts allein nicht in der Lage, die Leistungen wettbewerbsfähig anzubieten.

Bei nun anstehenden Verhandlungen mit Interessenten solle besonders auf den Erhalt der Arbeitsplätze geachtet werden, sagte die Sprecherin. Dies sei eine wichtige Voraussetzung für die Entscheidung für einen bestimmten Partner. Die Belegschaft war am Freitag über die Pläne informiert worden. Betroffen sind auch Mitarbeiter an den internationalen Standorten London, Dallas, Singapur, Budapest und Buenos Aires.

Lufthansa Systems beschäftigt derzeit nach eigenen Angaben weltweit rund 4200 Leute, so dass nahezu jeder dritte Job vor der Ausgliederung steht. Die übrigen Bereiche der Lufthansa Systems AG seien nicht betroffen.

Lufthansa Systems hatte den Umsatz im vergangenen Jahr gegenüber 2011 um 1,7 Prozent auf 609 Millionen Euro steigern können. Dabei legte vor allem das Geschäft mit externen Kunden um 11,3 Prozent auf 256 Millionen Euro zu. Unter dem Strich verblieb 2012 ein Ergebnis von 21 Millionen Euro.

Von: dpa, airliners.de
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