Jahresrückblick

"Spaeth fragt" - und bekommt manch verblüffende Antwort

25.12.2014 - 08:12 0 Kommentare

Warum fliegen Hausschuhe im Privatjumbo? Können Schweizer Luftfahrt besser? Und warum ist die Lufthansa in Sachen Premium Economy so langsam? Diese und viele andere Fragen hat Andreas Spaeth in diesem Jahr gestellt - und erhellende wie auch erstaunliche Antworten erhalten.

Andreas Spaeth in seinem Hamburger Redaktionsbüro. - © © Andreas Spaeth -

Andreas Spaeth in seinem Hamburger Redaktionsbüro. © Andreas Spaeth

Vielen Lesern von airliners.de ist Andreas Spaeth nicht nur als Autor der "Spaethfolgen" bekannt. Als Anschlussprojekt hatte der branchenweit anerkannte Luftfahrtjournalist und Vielflieger Ende 2013 seine "Spaeth fragt"-Interviewreihe gestartet - und kurz nach dem Auftakt konnte Spaeth den Airline-Manager Stefan Pichler befragen. Der hatte damals einen Topjob hierzulande noch abgelehnt ("Dazu ist mir Europa mittlerweile ein bisschen zu eng"). Alles Schnee von gestern: Pichler wird bald neuer Chef bei Air Berlin.

Im Januar diesen Jahres nahm dann die "Spaeth fragt"-Reihe weiter Fahrt auf. Gleich zu Jahresbeginn gelang dem Autor ein besonderes Interview - mit einem ehemaligen Airbus-Testpilot, der jetzt Langstreckeneinsätze für die iranischen Präsidenten fliegt. Und der Mann, der in Teheran nur "Captain Axel" genannt wird, schildert einen verblüffend normalen Arbeitsalltag. Das heißt, so normal ein Arbeitsalltag auf VIP-Langstreckenflügen sein kann. Von ideologischen Grenzen ist zumindest kaum etwas zu spüren. Und auch der iranische Präsident Hassan Rohani scheint keine Berührungsängste zu haben. Bei einem Cockpitbesuch hat er sich von "Captain Axel" so manches erklären lassen.

© Andreas Spaeth, Lesen Sie auch: Wie ist es, den iranischen Präsidenten zu fliegen?

Michael Eggenschwiler ist zwar Chef des Hamburger Flughafens, doch zum Flughafen der Hansestadt wollte Andreas Spaeth - selbst "Hamburger Jung" - zumindest diesmal nichts wissen. Stattdessen wollte er vom gebürtigen Baseler Eggenschwiler wissen, ob Schweizer Luftfahrt besser können. Und der Manager war um eine Antwort auf diese rhetorische Frage nicht verlegen: Wegen der Topographie hätten die Schweizer ja schon immer irgendwie über die Alpen kommen müssen. "Und mit dem Flugzeug war das eben bequemer als mit dem Fahrrad über die Alpen zu fahren", juxte Eggenschwiler.

© Flughafen Hamburg, Lesen Sie auch: „Herr Eggenschwiler, können Schweizer Luftfahrt besser?“

Manche "Spaeth fragt"-Folge hatte aber duchaus einen sehr ernsten Hintergrund. Mit Emirates-Chef Sir Tim Clark erörterte der Autor unter anderem die Frage, ob die Malaysian-Airlines-Maschine mit der Flugnummer MH17 ganz bewusst über die Ukraine abgeschossen wurde. Clark lieferte dafür eine ganze Reihe an Fakten, warum er ein Versehen ausschließt. Und der Airline-Chef führte eine ganze Reihe an Punkten auf, aus denen die Branche lernen muss, damit sich so etwas nie wiederholt.

© Emirates, Lesen Sie auch: „Sir Tim, wurde MH17 bewusst abgeschossen?“

Apropos Branche und Lernen: Nach der Einführung von Premium Economy Class und flachen Betten in der Business Class befragte Spaeth den Lufthansa Passage-Vorstand Jens Bischof zu Produktinnovationen und der neuen Sternegläubigkeit in der Airline-Branche. Der räumte ein, dass die Kranich-Airline bei der Sitzentwicklung in Business und Premium Economy nicht die erste war. "Aber wir sind heute die besten", findet zumindest Bischof.

Um eine Geschichte erzählen zu können, muss manchmal die Quelle anonym bleiben. Das weiß wie jeder Journalist auch Andreas Spaeth. Und die Geschichte, die Ende September zur "Spaeth fragt"-Folge wurde, hatte es wirklich in sich. Unter anderem ging es um einen Whirlpool an Bord einer privaten Boeing 747, Duschköpfe aus Gold und gelangweilte Prinzessinnen, die sich zum Lippenstiftekauf nach Amerika jetten lassen. Und dann war da noch der Herrscher, der bei einer Amerika-Reise seine Hausschuhe im Palast vergessen hatte, weswegen sie eigens per Privatjumbo in die USA hinterhergeflogen wurden.

© airliners.de, Lesen Sie auch: Warum fliegen Hausschuhe im Privatjumbo?

Doch Andreas Spaeth ist Profi genug, um nicht auch selbst auf Antworten auf die eine oder andere Frage zu kommen. Nachdem ein Passagier verurteilt wurde, weil er quasi in der Lounge gelebt hatte, war es beispielsweise soweit: Wer verbringt freiwillig sein Leben weitgehend und für Wochen in einer Flughafenlounge, fragte sich Spaeth - und nannte gleich ein paar Spitzen-Lounges, die er aus eigener Erfahrung zu diesem Zweck empfehlen würde. Und wenn er von einer grandiosen Dachterrasse mit Blick auf Flugzeuge und Hollywood Hills - für ihn ein echter Sehnsuchtsort - ins Schwärmen gerät, freut sich sicherlich so mancher Leser, der das Aus der "Spaethfolgen" bedauert hat.

Über Andreas Spaeth

Regelmäßig veröffentlicht der Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth auf airliners.de Interviews und Kolumnen aus der Reihe "Spaeth fragt".

Andreas SpaethAndreas Spaeth ist einer der führenden deutschen Luftfahrtjournalisten. Als Autor zahlreicher Bücher und freier Mitarbeiter vieler deutscher und internationaler Publikationen ist er weltweit unterwegs und trifft bei seinen Recherchen auf interessante Persönlichkeiten aus der Branche. Kontakt zu Andreas Spaeth.

Weitere Jahresrückblicke finden Sie hier:

Von: airliners.de
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