Fraport erwartet großen Gewinnsprung

03.11.2016 - 10:32 0 Kommentare

Frankfurts Flughafenbetreiber Fraport rechnet jetzt mit einem kräftigen Gewinnsprung in diesem Jahr. Das sagte Konzernchef Stefan Schulte. Grund für die neue Prognose sind zwei Ereignisse.

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. - © © dpa - Boris Roessler

Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. © dpa /Boris Roessler

Schub aus dem Ausland: Dank eines Anteilsverkaufs in Russland und der lang ersehnten Entschädigung für das geplatzte Terminalprojekt auf den Philippinen erwartet Fraport-Chef Stefan Schulte 2016 einen kräftigen Gewinnsprung für seinen Konzern. Derweil soll die irische Ryanair 2017 eine neue Billigflug-Ära in Frankfurt einläuten.

Am Finanzmarkt sorgten die Nachrichten jedoch nicht für Begeisterung. Im frühen Handel lagen die Papiere mit gut eineinhalb Prozent im Minus.

Allein die Entschädigung soll 120 Millionen bringen

Infolge der Sondereinnahmen soll der operative Gewinn (Ebitda) 1,04 bis 1,08 Milliarden Euro erreichen, wie das im MDax notierte Unternehmen jetzt in Frankfurt mitteilte. Bisher hatte Fraport 850 bis 880 Millionen Euro als Ziel ausgegeben. Der Überschuss soll nach rund 300 Millionen Euro nun auf 400 bis bis 440 Millionen Euro klettern.

Fraport hatte seine Beteiligung am Flughafen Pulkovo im russischen St. Petersburg bereits im Sommer teilweise an den Staatsfonds des arabischen Emirats Katar losgeschlagen. Der Deal soll noch in diesem Jahr vollzogen werden und Fraport 35 Millionen Euro Gewinn einbringen.

© AirTeamImages.com, C. Parker Lesen Sie auch: Fraport wird für gescheitertes Terminal-Projekt in Manila entschädigt

Weitere 120 Millionen Euro Gewinn erwartet der Vorstand aus der Entschädigung für das geplatzte Terminal-Projekt in der philippinischen Hauptstadt Manila. Seit die dortige Regierung Fraport Anfang des Jahrtausends enteignet hatte, hatten die Frankfurter 14 Jahre lang um eine Entschädigung gekämpft und sich vor wenigen Wochen durchgesetzt.

Rückläufige Zahlen im dritten Quartal

Im Kerngeschäft am Heimatstandort Frankfurt sieht es in diesem Jahr hingegen eher trübe aus. Schon im Sommer hatte der Vorstand sich von seinem Ziel verabschiedet, die Zahl der Fluggäste über die rund 60 Millionen aus dem Vorjahr hinaus zu steigern. Vielmehr rechnet Schulte mit einem leichten Rückgang. Auch der Konzernumsatz soll mit 2,6 Milliarden Euro geringer ausfallen als im Frühjahr angepeilt.

Im dritten Quartal verbuchte Fraport zwar eine Umsatzsteigerung um ein Prozent auf 735 Millionen Euro. Der operative Gewinn ging jedoch um zwei Prozent auf 298 Millionen Euro zurück. Unter dem Strich blieben mit knapp 125 Millionen Euro fast 15 Prozent weniger übrig als ein Jahr zuvor.

Abläufe am Frankfurter Flughafen sollen verbessert werden

Angesichts der rückläufigen Passagierzahlen öffnet sich Fraport in Frankfurt jetzt verstärkt für Billigfluggesellschaften wie Ryanair und Easyjet. Bisher beträgt der Anteil der Billigflieger in Frankfurt nur vier Prozent. Ab Ende März 2017 will nun Europas größter Billigflieger Ryanair zwei Flugzeuge in Frankfurt stationieren.

Zum folgenden Winter wollen die Iren ihr Flugangebot in Frankfurt kräftig ausweiten. Um den Billigfliegern stärker gerecht zu werden, will Schulte die Abläufe an Deutschlands größtem Airport verbessern. So sollen die Flugzeuge nach der Landung innerhalb von einer halben Stunde wieder startbereit sein.

Diskussion um Rabatte

Heftigen Streit löste Fraport mit den Rabatten auf die Passagierentgelte aus, von denen Ryanair in Frankfurt profitieren soll. So protestierte Condor-Chef Ralf Teckentrup gegen angebliche Sonderkonditionen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte, sein Unternehmen werde nicht mehr zahlen als Ryanair. Er rechnet sich jährliche Einsparungen von 200 bis 300 Millionen Euro aus.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Streit um Rabatte für Ryanair am Frankfurter Flughafen

Fraport-Chef Schulte will mit befristeten Gebühren-Nachlässen neue Airlines anlocken. Gesellschaften, die in Frankfurt schon präsent sind, sollen bei der Eröffnung neuer Strecken anfangs ebenfalls weniger Passagierentgelte zahlen. Die Details der geplanten Gebührenstaffel sind noch unter Verschluss. Das hessische Verkehrsministerium muss das Anreizsystem noch genehmigen.

Von: ch, dpa-AFX
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