Sommerurlauber geben bei Tui Travel und Thomas Cook mehr Geld aus

26.09.2013 - 16:40 0 Kommentare

Die Reiseveranstalter Tui Travel und Thomas Cook blicken zufrieden auf das Sommergeschäft zurück. Dafür haben unter anderem gestiegene Durchschnittspreise gesorgt - mit denen auch im Winter zu rechnen ist.

Passagiere besteigen eine Maschine von Thomas Cook

Passagiere besteigen eine Maschine von Thomas Cook
© AirTeamImages.com - D. Pedley

TUI-Logo auf dem Dach der Konzernzentrale in Hannover

TUI-Logo auf dem Dach der Konzernzentrale in Hannover
© TUI

Die Reiselust der Europäer lässt bei den Veranstaltern Tui Travel und Thomas Cook die Kassen klingeln. Die wichtigste Tochter des deutschen Reisekonzerns Tui erwartet im laufenden Geschäftsjahr nun mehr Gewinn als bislang. Der angeschlagene Konkurrent Thomas Cook, der hinter Marken wie Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor steckt, sieht sich auch dank gestiegener Reisepreise bei seiner Sanierung auf Kurs. Nun hoffen die Veranstalter, dass das Interesse an Ägypten-Reisen nach den jüngsten Unruhen in den kommenden Monaten wieder anzieht.

Die Aktien der Unternehmen reagierten gegensätzlich auf die jetzt veröffentlichten Buchungszahlen. Während die Papiere von Tui Travel um 1,5 Prozent und die von Tui um 0,4 Prozent zulegten, ging es für die Aktien von Thomas Cook am Vormittag um sieben Prozent nach unten.

Dank des guten Sommergeschäfts erwartet Europas größter Reiseveranstalter Tui Travel für das Ende September ablaufende Geschäftsjahr nun mehr Profit als bislang. Sondereffekte und Währungsschwankungen herausgerechnet, soll der operative Gewinn nun um mindestens elf Prozent steigen, wie Unternehmenschef Peter Long ankündigte. Zuletzt hatte er eine Steigerung um mindestens ein Zehntel in Aussicht gestellt. Der Sommer ist für Reiseveranstalter die wichtigste Saison. Mit den Gewinnen aus dieser Zeit müssen sie ihre typischen Verluste aus dem Winterhalbjahr ausgleichen.

Fast alle Pauschalreisen aus dem Sommerangebot seien inzwischen verkauft, sagte Long. In Großbritannien konnte der Veranstalter seinen Umsatz um acht Prozent steigern, in Skandinavien betrug die Steigerung sogar zehn Prozent. Neben höheren Preisen trug dazu bei, dass mehr Menschen ihren Urlaub bei dem Veranstalter buchten. Anders in Deutschland: Hier entschieden sich sechs Prozent weniger Gäste für einen Urlaub mit den Marken wie Tui, 1-2-Fly und Discount Travel als ein Jahr zuvor. Im Schnitt wurden die gebuchten Reisen jedoch um sieben Prozent teurer. So konnte Tui Travel den Sommerumsatz hierzulande stabil halten.

Mehr als 95 Prozent der angebotenen Sommer-Reisen verkauft

Europas Branchenzweiter Thomas Cook konnte nach eigenen Angaben bis jetzt mehr als 95 Prozent seiner angebotenen Sommer-Reisen verkaufen. Dabei seien die durchschnittlichen Preise in allen Regionen gestiegen. In Kontinentaleuropa - mit Deutschland als wichtigstem Markt - zählte der Veranstalter bislang so viele Kunden wie ein Jahr zuvor. Die Preise stiegen um ein Prozent und damit weniger stark als beim Konkurrenten Tui Travel. In Großbritannien und Nordeuropa buchten weniger Menschen ihren Urlaub bei Thomas Cook, gaben im Schnitt aber vier bis fünf Prozent mehr Geld aus.

Erst im Mai hatte Thomas Cook angekündigt, das laufende Sparprogramm zu verschärfen. Bis zum Jahr 2015 sollen die Einsparungen statt 350 Millionen nun 390 Millionen Pfund erreichen. Zudem stehen 2.500 Jobs auf der Kippe. In den beiden vergangenen Geschäftsjahren hatte Thomas Cook wegen großer Probleme in Großbritannien und Frankreich sowie immensen Abschreibungen jeweils mehr als eine halbe Milliarde Pfund (rund 594 Millionen Euro) Verlust eingefahren.

Für die anlaufende Wintersaison vermelden beide Unternehmen erneut höhere Durchschnittspreise. Sorgen bereitet weiter die Lage in Ägypten. Nachdem die meisten großen Veranstalter ihre Reisen in das Land am Nil nach den Unruhen im Sommer abgesagt hatten, läuft das Geschäft nun wieder an. Tui Travel will sein Ägypten-Angebot für den Winter allerdings nicht gleich auf den vollen Umfang hochfahren. Auch Thomas Cook gibt sich angesichts "geopolitischer Ereignisse" vorsichtig. Im Sommer hatten die Veranstalter ihre Flugzeuge statt in das Land an Nil verstärkt zu Alternativzielen wie den Kanarischen Inseln geschickt.

Von: dpa-AFX, airliners.de
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