So baut der Flughafen Schönefeld um

Der Flughafen Schönefeld wird auch nach der Eröffnung des BER 2020 am Netz bleiben. Dafür investiert die Betreibergesellschaft Millionen in den Umbau des Terminals. Dieser beginnt nun.

Der Flughafen Berlin-Schönefeld ist der kleinere der beiden Berliner Airports. - © © Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH -

Der Flughafen Berlin-Schönefeld ist der kleinere der beiden Berliner Airports. © Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Der Flughafen Berlin-Schönefeld bereitet sich auf die Zeit als nicht mehr eigenständiger Airport vor. Denn mit Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER im Oktober 2020 soll er als Terminal 5 betrieben werden. Dafür beginnen im Terminal A im Januar Umbauarbeiten, geht aus einer Präsentation der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) hervor, die airliners.de vorliegt.

Demnach laufen die Arbeiten bis Sommer. Dabei wird das 2004 speziell für den Low-Cost-Verkehr errichtete 4000 Quadratmeter große Terminal mit Pier 3a so umgebaut, dass die baulichen Gegebenheiten "effektiver genutzt werden können". Beispielsweise werden in dem zweigeschossigen Gebäude die Etagen nach Schengen- und Non-Schengen-Flügen getrennt.

Aufgabentrennung von Ober- und Untergeschoss

Das Obergeschoss beheimatet künftig den Abflugbereich für alle Non-Schengen-Flüge. Erstmalig wird in diesem Teil des Airports auch eine zentrale Grenzkontrolle eingerichtet. Bisher wurden die Grenzkontrollen dezentral vor jedem einzelnen Abfluggate durchgeführt.

Die Grafik zeigt das Pier 3a sowie die temporäre Wartehalle auf dem Vorfeld (rot). Foto: © Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Im Erdgeschoss werden nach dem Ende der Umbauarbeiten Abflug- und Ankunftsbereiche für alle Schengen-Flüge untergebracht sein. Dabei werden "offene Warteräume" geschaffen - sprich die bestehenden Trennwände zwischen den einzelnen Gates entfallen. In beiden Stockwerken soll künftig Platz für Gastronomie sowie Kinderspielflächen bestehen.

Provisorischer Warteraum sichert Kapazität

Um während der Umbauphase die Kapazitäten aufrechtzuerhalten, hat der Flughafen auf dem Vorfeld eine temporäre Wartehalle errichtet. Das Übergangsgebäude bietet rund 1000 Passagieren Platz und hat fünf Gates. Von drei Gates erreichen die Fluggäste das Flugzeug per Bus. Die zwei weiteren Gates sehen ein Walk-Boarding vor. Zugänglich ist das rund 2600 Quadratmeter Gebäude über eine Fluggastbrücke von Terminal A. Die FBB hat das Gebäude für eine Dauer von zwei Jahren angemietet. Die Kosten liegen bei rund 3,6 Millionen Euro.

Für die Umbaumaßnahmen des Piers veranschlagt die Flughafengesellschaft Kosten von rund 6,5 Millionen Euro. Die Hauptbaumaßnahem werden von einen Generalunternehmer für 3,5 Millionen durchgeführt. Der restliche Anteil verteilt sich auf die Baunebenkosten (insbesondere Planungsleistung) sowie Aufwände der Bauvorbereitung.

Schönefeld bleibt am Netz

Der Flughafen Schönefeld soll noch mindestens bis Ende 2025 im sogenannten "Double-Roof"-Konzept betrieben werden. Um gemeinsam mit dem BER, der nach aktuellem Stand im Herbst 2020 eröffnen soll, Berlins Luftfahrtkapazitäten abzusichern. Dies würde reichen, um die Kapazitäten des dann schließenden Cityairports in Tegel abzusichern, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup jüngst im Interview mit airliners.de:

© dpa, Bernd Settnik Lesen Sie auch: "Berlin wird ein digitaler Hub" Interview

Von: br

Datum: 08.01.2019 - 07:23

Adresse: http://www.airliners.de/so-flughafen-schoenefeld/48342