Überblick

So entwickelten sich Europas Billigflieger im ersten Halbjahr

17.07.2018 - 07:23 0 Kommentare

Halbjahresanalyse der Low-Coster: Alle Billigflieger befördern mehr Passagiere. Beim Wachstum erweist sich Brussels als Teil der Eurowings Group auf hohem Niveau zur Bremse.

Die sechs interessantesten europäischen Billigflieger (von oben links): Norwegian, Wizz Air, Ryanair, Easyjet, Transavia und Eurowings. - © © AirTeamImages.com, Montage: airliners.de - Alun Morris Jones, Carlo Marcora, Carlos Enamorado, Chris Jilli

Die sechs interessantesten europäischen Billigflieger (von oben links): Norwegian, Wizz Air, Ryanair, Easyjet, Transavia und Eurowings. © AirTeamImages.com, Montage: airliners.de /Alun Morris Jones, Carlo Marcora, Carlos Enamorado, Chris Jilli

Neben der Halbjahresbilanz der drei großen Airline-Gruppen Europas hat airliners.de auch die Verkehrszahlen und Statistiken der Billigflieger Easyjet, Eurowings, Norwegian, Ryanair, Transavia und Wizz Air analysiert. Nicht dabei ist der IAG-Low-Coster Vueling, da die Spanier von einer Publikation ihrer Passagierzahlen absehen.

Eines fällt bei den Zahlen sofort auf: Der nach Passagierzahlen größte Billigflieger Europas, Ryanair, entwickelt sich weniger stark als seine Konkurrenten*:

Passagierzahlen im ersten Halbjahr
Millionen Fluggäste
Ryanair 64.3
Easyjet 42.5
(Eurowings
Group)
17.9
Norwegian 17.5
Wizz Air 15.6
Eurowings 13.2
Transavia 7.3

Quelle: Unternehmen, eigene Berechnung

Wachstumsraten Januar bis Juni
Angaben in Prozent
Eurowings 28.4
(Eurowings
Group)
23.3
Wizz Air 21.8
Norwegian 14.2
Easyjet 9.5
Transavia 7.4
Ryanair 5.0

Beschreibung Quelle:

Die Zahlen im Detail

Ryanair hat zwar mit 64,3 Millionen Passagieren und einem Wachstum von fünf Prozent mit deutlichem Abstand die meisten Reisenden quer durch Europa befördert. Die Iren bieten mit ihrer Flotte von 444 Maschinen vom Typ Boeing 737-800 über 1800 Strecken an.

© dpa, Stian Lysberg Solum Lesen Sie auch: So könnte Billigflieger Ryanair umbauen

Doch der Billigflieger steht vor tiefgreifenden Änderungen: Zum einen sind sie mit der Akquise von Lauda Motion auf dem besten Weg, eine Holding-Struktur wie andere Airline-Gruppen zu etablieren. Zum anderen fechten sie in vielen Ländern Europas Tarifstreitigkeiten mit ihren Mitarbeitern aus.

Easyjet bleibt Nummer zwei am europäischen Low-Cost-Himmel. Die Briten transportierten knapp 42,5 Millionen Passagiere auf 984 Strecken durch Europa, beides Spitzenwerte nach Ryanair. Das Passagierwachstum fällt dank der 2,1 Millionen ab Tegel geflogenen Fluggäste mit 9,5 Prozent solide aus. Ohne diesen Effekt lägen die Briten bei gut fünf Prozent im Plus - und damit vor Ryanair am unteren Ende des Low-Cost-Vergleichs.

© dpa, Jens Kalaene Lesen Sie auch: Billigflieger Easyjet macht in Tegel Tempo

Die Briten bauen indes eifrig um: Easyjet hat sich für einen Brexit im März neu aufgestellt. In Österreich gründetet die Airline Easyjet Europe um auch nach einem "harten" EU-Austritt weiter innerhalb Europas fliegen zu können. Auf den österreichischen Ableger sind nach derzeitigem Stand von Austro Control 113 Maschinen registriert. Das macht Easyjet Europe zur größten Airline Österreichs. Der Billigflieger teilte auf airliners.de Nachfrage mit, dass sie derzeit 305 Maschinen in ihrer Flotte haben.

Eurowings zählte in den vergangenen Monaten zwar lediglich 13,2 Millionen Passagiere - damit hat die Kranich-Airline weniger Passagiere befördert als die Konkurrentinnen Norwegian und Wizz Air. Allerdings kämpft sich die gesamte Eurowings Group (inklusive der angeschlossenen und nicht ganz billigen Brussels Airlines) mit 17,9 Millionen Fluggästen auf Platz drei vor. Bei den Wachstumswerten ist das Bild der beiden andersherum: Die Eurowings Group kommt "nur" auf 23,3 Prozent, der Kranich-Carrier allein auf starke 28,4 Prozent.

Aktuell feilt Eurowings-Chef Thorsten Dirks mit seinen Strategen an der Integration von Brussels. So wurde Anfang der Woche verkündet, dass Eurowings aus Köln heraus ab kommendem Jahr das Kurz- und Mittelstrecken-Angebot der Group-Airlines steuern soll. Die Langstrecken-Steuerung wurde bereits im Februar nach Brüssel verlegt. An allen Standorten der Eurowings Group bleiben die Strukturen für das Feinjustieren der Operations bestehen.

Wizz Air zählte in den ersten sechs Monaten 22 Prozent mehr Passagiere. Insgesamt flogen mit der auf Osteuropa-Verbindung spezialisierten Airline fast 15,6 Millionen Passagiere (+21,8 Prozent). Die Airline bietet aktuell 599 Strecken an. Die Ungarn haben im Juni eine Basis in Wien eröffnet.

Mit einem Passagierplus von 14,2 Prozent legte auch Norwegian weiter zu. Die Norweger begrüßten auf ihren 557 Europa- und Transatlantikstrecken 17,5 Millionen Reisende - und das trotz finanzieller Schwierigkeiten.

© Norwegian, Lesen Sie auch: Übernahmedebatte um Norwegian entbrannt

Im vergangen Quartal flog der Billigflieger erstmalig wieder schwarze Zahlen ein, die aber nicht im Kerngeschäft erreicht wurden. Erst verbrannte sich die British-Airways-Mutter IAG zweimal die Finger an Übernahmeversuchen, dann sollte Ryanair bei der Konsolidierung mithelfen und letztlich streckte sogar Lufthansa ihre Fühler aus.

Der kleinste unter den untersuchten Billigfliegern ist Transavia mit 7,3 Millionen beförderten Passagieren und einem Wachstum von 7,4 Prozent im ersten Halbjahr. Das niederländisch-französische Joint-Venture fliegt mit 43 Maschinen 151 europäische Strecken.

* = Für die im Januar gestarteten Tegel-Operations gibt Easyjet keine Zahlen heraus. In den ersten sechs Monaten beförderte der Billigflieger ab dem Berliner Cityairport nach airliners.de-Informationen rund 2,1 Millionen Fluggäste. Diese Zahl ist fließt in die weitere Betrachtung mit ein.

Von: br
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