So hat Düsseldorf im Sommer die Passagierkontrollen verbessert

01.11.2018 - 09:24 0 Kommentare

Immer wieder geraten die Passagierkontrollen an deutschen Airports in die Schlagzeilen. Düsseldorf versucht aktuell, deren Effizienz zu erhöhen: Der Flughafen baut aus - und setzt auf Daten.

Terminal des Flughafens Düsseldorf. - © © dpa - Oliver Berg

Terminal des Flughafens Düsseldorf. © dpa /Oliver Berg

Der Flughafen Düsseldorf hat zusammen mit seinem Sicherheitsdienstleister Kötter und der Bundespolizei im Sommer die Effizienz an den Sicherheitskontrollen deutlich verbessert. Etwa 95 Prozent der Fluggäste warteten an den Kontrollstrecken weniger als zehn Minuten. Erweitert man diese Spanne auf 15 Minuten, deckt sie laut eines Airport-Sprechers "über 99 Prozent der Passagiere" ab.

Zurückzuführen ist der Effekt neben intensivem Dialog von allen Partnern, baulichen und organisatorischen Maßnahmen sowie der Personalverstärkung auf inzwischen über 1000 Luftsicherheitsassistenten unter anderem auf Berechnungen des Airport Research Center (ARC), das die Hoheitsaufgabe der Bundespolizei unterstützen soll. Das Programm verarbeitet unter anderem mithilfe von speziellen Logarithmen und gewonnenen Erfahrungswerten Informationen von Airlines sowie Airports.

Testphase im Frühjahr

Damit liefert es der Behörde Daten, wie viele Kontrollspuren an den Flugsteigen jeweils besetzt werden müssen. Erstmalig zum Einsatz kam das System im März - in einem ersten Test. Seit Beginn der NRW-Sommerferien ist das ARC komplett in die Arbeit integriert.

Auch der Chef des mit den Sicherheitskontrollen beauftragten Dienstleisters Kötter, Peter Lange, sieht durch das ARC Vorteile für das eigene Geschäft: "Die Datenanalysen zu Passagieraufkommen und -prognosen liefern, gepaart mit dem intensiven Austausch zwischen den beteiligten Akteuren, wichtige Zusatzinformationen für unsere Personalplanung und unseren Personaleinsatz", so Lange zu airliners.de.

Personalplanung

Gleichzeitig kämpft Kötter am Flughafen Düsseldorf auch mit einer immer stärkeren Ausrichtung des Airports auf den Punkt-zu-Punkt-Verkehr. Denn nach dem Air-Berlin-Marktaustritt schlugen neben der Lufthansa-Tochter Eurowings auch noch andere Low-Coster groß am Flughafen auf.

Das stellt Kötter laut Beobachtern vor Probleme. Denn die kurzzeitigen Peaks bei den Sicherheitskontrollen (traditonell morgens und abends) erschweren die Personalplanung: Die Mitarbeiter müssen tariflich für mindestens sechs Stunden beschäftigt werden. Setzt Kötter also morgens zur ersten Reisewelle deutlich mehr Personal ein, muss dieses mindestens auch den Mittag abdecken; zu der Zeit ist der Verkehr aber deutlich geringer, sodass rein wirtschaftlich auch weniger Personal zum Einsatz kommen müsste. Eine mögliche Lösung wäre hier auch die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Kontrollbereichen:

© dpa, Lesen Sie auch: Machtprobe überschattet Security-Verhandlungen

Neben dem ARC versucht der Airport noch an anderer Stelle die Passagierkontrollen zu erleichtern: Ab Ende Mai wurden bauliche Veränderungen durchgeführt. Unter anderem wird die Bordkartenkontrolle nach vorn verlegt und so mehr Platz für die Kontrollspuren geschaffen. Die Wartefläche für die Passagiere werde so klarer geordnet, hieß es damals.

Branche drängt auf Veränderungen

Die Sicherheitskontrollen an deutschen Airports gerieten in diesem Sommer zusehends in die Schlagzeilen: Zum Teil stundenlang mussten Passagiere an großen Flughäfen wie Frankfurt, München oder Berlin-Tegel an den Spuren warten und verpassten ihre Flüge. Eine Reisende klagt bereits auf Entschädigung.

Der BDL nannte die Kontrollen bereits "Wachstumsbremse". Die Flughäfen pochen ihrerseits darauf, dass die Bundesregierung - wie im Koalitionsvertrag vereinbart - die Kontrollen verändert und den Airports mehr Befugnisse gibt.

© airliners.de, David Haße Lesen Sie auch: "Große Airports wollen Verantwortung übernehmen" Interview mit ADV-Präsident Schulte

Von: cs
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