Small Planet erwartet weiteres Wachstum

22.03.2018 - 14:18 0 Kommentare

Der Charter-Flieger Small Planet Airlines macht wegen der Pleiten von Air Berlin und Niki einen Wachstumssprung in diesem Sommer. Und für 2019 zeichnen sich schon weitere Aufträge ab, berichtet Geschäftsführer Oliver Pawel.

Oliver Pawel ist CCO von Small Planet Airlines. - © © airliners.de -

Oliver Pawel ist CCO von Small Planet Airlines. © airliners.de

Kurz nach der Air-Berlin-Pleite kündigte die deutsche Small Planet Airlines im September 2017 einen starken Ausbau der Sommerkapazitäten an - von vier Maschinen im vergangenen Jahr auf zehn. "Wir planen, alle Maschinen auch im Winter ex Deutschland zu operieren", sagte Geschäftsführer Oliver Pawel im Gespräch mit airliners.de.

Zugleich sieht Pawel für seine Airline schon weiteres Wachstum im Sommer 2019. "Grundsätzlich ist das Interesse bei deutschen Reiseveranstaltern da, mit uns noch mehr zu machen", berichtete der Operations-Chef. Für den Charter-Carrier entscheide sich das Geschäft für den kommenden Sommer in den nächsten drei Monaten. "Mitte des Sommers ist der Verkauf für das Folgejahr schon abgeschlossen."

© AirTeamImages.com, Jan Severijns Lesen Sie auch: Small Planet Airlines fliegt für Condor

Small Planet Airlines werde aber 2019 wohl nicht mehr "so radikal" wachsen wie derzeit. "Das ist schon eine einmalige Marktsituation", sagte Pawel zum Nachfragehoch nach der Air-Berlin-Pleite.

Deshalb habe sich der 2016 gestartete Deutschland-Ableger der litauischen Small Planet Group schneller entwickelt als geplant. "In unserem Businessplan war vorgesehen, um zwei Flugzeuge jährlich zu wachsen - jetzt sind wir zwei plus zwei plus fünf gewachsen", so Pawel. Die zehnte Maschine ist als Reserve nicht im regulären Flugplan eingebunden.

Small Planet Airlines

Für den deutschen Markt betreibt die Charter-Gesellschaft ab Mai zehn Flugzeuge der Typen Airbus A320 und A321, davon eines als operative Reserve. Drei sind in Paderborn stationiert, zwei in Köln/Bonn und je eines in Hamburg, Hannover, Leipzig/Halle, Amsterdam und Hurghada. Drei Maschinen kommen von der litauischen Mutter und fliegen mit litauischer Registrierung, aber deutscher Besatzung.

A320 von Small Planet Airlines. Foto: © AirTeamImages.com, Ralf Meyermann

Das fliegende Personal wird bei Small Planet aktuell fast verdreifacht: Laut Pawel steigt die Zahl der Mitarbeiter von 130 im Sommer 2017 auf 370. Die neuen Piloten habe man fast ausschließlich von Air Berlin übernommen. "Für die Cabin Crews rekrutieren wir noch, aber wir sind auf einem guten Weg."

Für den Sommerstart erwartet Pawel eine heiße Phase in der deutschen Luftfahrt. "Aufgrund des Wegfalls von Air Berlin wachsen alle, alle müssen ihre Crews durch die Trainings schleusen, für alle ist der Flugbetrieb gerade recht eng getaktet."

Es werden sicher spannende Wochen im April, Mai, Juni werden.

Oliver Pawel, CCO von Small Planet Airlines

Bis auf weiteres will Small Planet ausschließlich als Charter Carrier für Reiseveranstalter fliegen. Großkunden, die jeweils ein oder mehrere Flugzeuge über die gesamte Saison chartern, sind Thomas Cook, TUI und FTI, neu hinzu kommen jetzt DER Touristik und Condor. Hinzu kommen Charterketten für weitere Auftraggeber. "Mittlerweile arbeiten wir mit allen Großen", betonte Pawel.

"Wir bieten ein gutes Produkt und wir haben die beste Kostenbasis, was Charterflug in Deutschland angeht", erklärt sich der Small-Planet-Geschäftsführer die anhaltende Nachfrage. Zudem habe seine Airline als kleiner Player einen Wettbewerbsvorteil: "Der Markt konsolidiert sich auf die Eurowings-Gruppe, das macht es interessanter für die Veranstalter, auch wieder einen anderen Carrier im Flugprogramm zu haben."

Von: pra
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