Small-Planet-Sachwalter ruft Lauda zum Bieten auf

20.09.2018 - 16:42 0 Kommentare

Small Planet Deutschland hofft auf einen finanzstarken Partner. Sachwalter Voigt-Salus bringt Airline-Manager Lauda ins Spiel. Sanierer Wöhrl erteilt indes eine Absage.

Niki Lauda vor einer Maschine der deutschen Small Planet Airlines. - © © Montage: airliners.de, Fotos: dpa, AirTeamImages.com - Dirk Grothe

Niki Lauda vor einer Maschine der deutschen Small Planet Airlines. © Montage: airliners.de, Fotos: dpa, AirTeamImages.com /Dirk Grothe

Kurz nach der Ankündigung, eine Insolvenz in Eigenregie durchzuführen, hofft die deutsche Small Planet auf eine Zukunft mit finanzkräftigen Partnern. "Es gibt schon Gespräche mit Investoren, und die werden jetzt unter neuen Bedingungen intensiviert", sagte der vorläufig vom Amtsgericht Berlin-Charlottenburg eingesetzte Sachwalter, Joachim Voigt-Salus, der Nachrichtenagentur "Reuters". Konkrete Namen wollte Voigt-Salus nicht nennen.

Bisher hätten die Interessenten die Altschulden, "die ganz beträchtlich sind", nicht übernehmen wollen, zitiert "Reuters" Voigt-Salus. "Jetzt ist die Frage, ob man diese ganzen Verbindlichkeiten beim Insolvenzverfahren abschneiden kann und dass dann ein neuer oder anderer Investor mit Small Planet gut durchstarten kann." Die Chancen dafür seien "gar nicht mal so schlecht".

Voigt-Salus zeigte sich optimistisch für die anstehenden Gespräche mit Interessenten: "Ich bin zuversichtlich, dass die Verhandlungen fortgesetzt werden und man in den nächsten Wochen greifbare Ergebnisse hat - in die eine oder andere Richtung." Offen sei, ob es auf ein Bieterverfahren hinauslaufe. "Da kann jeder kommen, auch Niki Lauda kann kommen." Der ehemalige Rennfahrer und Unternehmer hatte im Januar die von ihm gegründete Air-Berlin-Tochter Niki zurückgekauft.

Wöhrls Unternehmen Intro lehnt Charter-Airline ab

Sicher hingegen ist, dass Airline-Sanierer Hans Rudolf Wöhrl in Zukunft nicht häufiger in einem Atemzug mit Small Planet genannt wird. Das von ihm geführte Restrukturierungsunternehmen Intro hat ein Gebot ausgeschlossen. "Ich halte Small Planet für kein sinnvolles Investment", so Intro-Managing-Director Peter Oncken zu airliners.de. "In dem Haifischbecken Chartermarkt lässt sich nicht wirklich Geld verdienen." Wöhrl hatte unter anderem die DBA günstig aufgekauft, saniert und für einen hohen Betrag wieder an Air Berlin veräußert.

Die deutsche Small Planet hatte am Dienstagnachmittag beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Ziel sei es, den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten - mit dem Luftfahrt-Bundesamt ist dieser Plan abgestimmt.

© AirTeamImages.com, Jan Severijns Lesen Sie auch: Deutsche Small Planet rutscht in die Insolvenz

Massive Performance-Probleme im Sommer durch Überkapazitäten sowie technische Zwischenfälle und die daraus resultierenden Entschädigungszahlungen haben der Airline laut Beobachtern finanziell stark zugesetzt. Unklar blieb zunächst, wie die litauische Mutter von der Insolvenz betroffen ist.

Die Flotte der gesamten Gruppe umfasst 29 Maschinen. Die deutsche Division betreibt aktuell neun Flugzeuge., die vor allem im Auftrag großer Reiseveranstalter Warmwasserziele ansteuern. Hauptabnehmer sind die großen Anbieter Tui, Thomas Cook, DER Touristik und FTI.

Nach dem rapiden Wachstum hatte Small Planet für den Winter bereits angekündigt, einen Gang zurückzuschalten. Anders als ursprünglich vorgesehen, plante die Airline zuletzt auf dem deutschen Markt nur noch mit sechs Maschinen fliegen. Eigentlich sollten es zehn Flugzeuge sein.

Von: cs
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