Skywork plant wegen Nebel am Airport Bern um

29.06.2017 - 09:10 0 Kommentare

Geänderte Flugzeiten und eine Streckenstreichung: Skywork Airlines - größte Kundin am Airport Bern - passt ihren Winterflugplan am Schweizer Standort an. Der Schritt hat mit Landeanflügen bei Nebel zu tun.

Die Flotte von Skywork Airlines besteht derzeit aus drei Dornier 328 und drei Saab 2000. - © © Jiri Benesch -

Die Flotte von Skywork Airlines besteht derzeit aus drei Dornier 328 und drei Saab 2000. © Jiri Benesch

Skywork Airlines strafft ihr Flugprogramm am Airport Bern für den kommenden Winter. Es gebe am Standort immer noch kein "wintertaugliches Anflugverfahren", begründete die Fluggesellschaft den Schritt. Sie will sich künftig stärker auf andere Flughäfen und Strecken konzentrieren. Skywork ist mit Abstand die größte Kundin am Airport Bern und hat derzeit einen Marktanteil von rund 73 Prozent.

Im Winter gibt es am Flughafen Bern häufig Nebel. Der Airport verfügt eigenen Angaben zufolge wie alle Regionalflugplätze der Schweiz über eine Sichtflugpiste. Bei einem Landeanflug in Bern muss der Pilot in einer Höhe von 150 Metern die Piste sehen können, trotz Instrumentenlandesystem, so der Airport. Dies führe zu Einschränkungen, wie zum Beispiel bei Nebel in den Randzeiten. Die Vorgaben hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) 2010 beschlossen.

Auch deutsche Airports sind betroffen

Im vergangenen Winterflugplan hatte Skywork durch den Nebel mit Verspätungen, Verlegungen und Flugausfällen zu kämpfen. Knapp 120 Flüge waren laut Airline-Angaben betroffen. Skywork-Chef Martin Inäbit bezifferte die entstandenen Kosten auf umgerechnet etwa 553.000 Euro.

Einen solchen Winter können wir uns nicht nochmal leisten.

Skywork-Chef Martin Inäbit in der "Berner Zeitung"

Darum wird das Programm von und nach Bern im kommenden Winterflugplan gestrafft: Die Köln-Verbindung wird gestrichen, die Nebel-gefährdeten Abendflüge werden verlegt und Frequenzen angepasst. Skywork konzentriert sich dabei auf das Zeitfenster zwischen sechs und 19 Uhr. Am Airport darf eigentlich zwischen sechs und 23 Uhr geflogen werden. Von den Änderungen sind laut Airline vor allem Flüge von und nach Hamburg sowie London-City betroffen.

Skywork schaut sich nach Alternativen um

Gute doppelte Tagesrandverbindungen für Geschäftsleute seien im Winter kaum zu realisieren, kritisiert die Airline. "Um Flugzeuge wirtschaftlich zu betreiben, müssen sie möglichst den ganzen Tag fliegen können." Man werde sich künftig auf Airports und Strecken konzentrieren, "welche ganzjährig ohne operationelle Einschränkungen bedient werden können".

© AirTeamImages.com, Ismael Jorda Lesen Sie auch: Kann ein Flugzeug automatisch landen? Antworten aus dem Cockpit

Der Flughafen Bern bedauert die Flugplananpassungen der Airline. Man sei bestrebt, ein für die Region attraktives Angebot zu ermöglichen, heißt es in einer Mitteilung. Der Airport werde sich weiter dafür einsetzen, dass im kommerziellen Flugverkehr mit möglichst wenig Einschränkungen geflogen werden könne - auch in Randzeiten im Winter. Der Airport sieht die Business-Flüge als einen wichtigen Nischenmarkt.

Auch das BAZL äußert sich

Die Airline und der Flughafen hatten mit dem BAZL über die Problematik gesprochen und versucht, eine Lösung zu finden. Jedoch ohne Erfolg. Das Anliegen sei von Experten des BAZL sorgfältig geprüft worden, sagte ein Sprecher der Behörde zur "Berner Zeitung". Es habe auch Gespräche mit ausländischen Airlines gegeben, welche spezielle Verfahren auf ausländischen Flugplätzen anwenden würden.

Skywork Airlines ist aus einer Flugschule heraus entstanden. Der erste Linienflug fand 2009 statt. Derzeit fliegt die Fluggesellschaft etwa 20 Airports an, darunter Basel-Mulhouse-Freiburg, München, Berlin-Tegel oder Wien. In Bern hat Skywork ihre Heimatbasis und bietet dort die meisten ihrer Kapazitäten an. Am Schweizer Airport ist sie außerdem mit Abstand die größte Kundin.

Marktanteile am Flughafen Bern
in Prozent
Skywork 73
Helvetic Airways 22
Germania Flug 5

Marktanteile nach angebotenen Sitzplatzkapazitäten am Airport Bern. Die Angaben beziehen sich auf die laufende Woche. Zahlen gerundet. Quelle: CH Aviation, Stand: 27. Juni 2017

Von: ch
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