Singapore Airlines erneuert die Kabine

17.07.2018 - 09:42 0 Kommentare

Singapore Airlines erhält ihre vorerst letzte A380 und bringt die neuesten Kabinen auch in die deutschsprachigen Märkte. Im Rest der Flotte werden ebenfalls vielfach neue Sitze eingebaut.

Die First-Class-Suiten in den neuen A380 von Singapore Airlines sind wesentlich größer als bisher.

Die First-Class-Suiten in den neuen A380 von Singapore Airlines sind wesentlich größer als bisher.
© Singapore Airlines

Eine A380 der Singapore Airlines.

Eine A380 der Singapore Airlines.
© AirTeamImages.com - Matthieu Douhaire

Die neue Business Class in der A380 von Singapore Airlines.

Die neue Business Class in der A380 von Singapore Airlines.
© Singapore Airlines

Die Premium Economy Class in der A380 von Singapore Airlines.

Die Premium Economy Class in der A380 von Singapore Airlines.
© Singapore Airlines

Die neue Economy Class in der A380 von Singapore Airlines.

Die neue Economy Class in der A380 von Singapore Airlines.
© Singapore Airlines

Ende Juli liefert Airbus die fünfte und vorerst letzte A380 an Singapore Airlines aus. Das Flugzeug mit der Registrierung 9V-SKZ ist wie die anderen vier Maschinen mit neuen und teils komplett überarbeiteten Kabinen ausgestattet.

Das neue Produkt wird ab 2. August auf den täglichen Flügen von Zürich nach Singapur angeboten. In Frankfurt kommt es voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2019 zum Einsatz, hofft Deutschland-Chef Sy Yen Chen.

Für Frankfurt werden zwei Maschinen gebraucht

"Auf der Strecke brauchen wir zwei Flugzeuge, darum dauert es etwas länger", erklärte er bei der Präsentation des A380-Produkts kurz vor der Auslieferung im Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder. Der Grund: Die Maschine fliegt von Frankfurt weiter nach New York und wird erst dort umgedreht.

Singapore Airlines wird ab 2019 ihre 14 bisherigen A380-Doppelstöcker schrittweise auf das neueste Produkt umstellen - jeweils im Zusammenhang mit einem D-Check. Künftig gibt es dann in allen 19 Doppeldeckern eine einheitliche Konfiguration statt der derzeit drei verschiedenen.

Mehr Platz und mehr Passagiere: Die neuen A380-Kabinen

Singapore Airlines bezeichnet die Maschinen mit der neuen Ausstattung als "A380R". Die beiden Premiumkabinen befinden sich im Oberdeck vorn (First) und hinten (Business) - mit weniger Kapazität als bisher. Dafür sind die Suiten der First-Class nach Airline-Angaben die größten auf Linienflügen - abgesehen von der "Residence" bei Etihad Airways.

Im Hauptdeck bringt Singapore Airlines in der Economy (hinten) und Premium-Economy-Class (vorn) deutlich mehr Sitze unter. Künftig hat der Riesen-Airbus von Singapore Airlines Platz für 471 Passagiere - so viele wie vor der Einführung der Premium-Economy-Class.

Sitze bisher Hersteller neue Features
Economy-Class 343 (245) Recaro Slimline-Sitze in Grau und Blau, Touchscreens für das Unterhaltungssystem
Premium-Economy 44 (36) Zim
Business-Class 78 (86) Jamco Weniger breite Sitze auf Wunsch vieler Kunden, komplett versenkbare Trennwand, Muschelform für mehr Privatsphäre
First-Class 6 (12) Zodiac Größere Suiten, die sich für Paare zusammenlegen lassen. Bett und Sessel separat
Quelle: Singapore Airlines

Auf Duschen wurde bewusst verzichtet – aus ökologischen Gründen, heißt es: Für eine Dusche an Bord müssten eine Tonne Wasser zusätzlich transportiert und Extra-Personal eingeplant werden.

Doch auch in der übrigen Flotte sollen zumindest Teile des neuen Kabinenlayouts eingeführt werden. So wird der neue Sitz der Economy-Class zum Standard bei allen Neuauslieferungen und Umrüstungen. "Wir werden langfristig mit Recaro zusammenarbeiten", erklärte Airline-Sprecher Peter Tomasch. Vorteil des neuen, dünneren Eco-Sitzes: Bei einem gleichbleibenden Abstand von 82 Zentimetern können mehr Sitze untergebracht werden.

Auch der "Dreamliner" bekommt eine neue Business-Class

In den Boeing 787-10 wird zudem eine ähnliche Business-Class wie in der A380 eingebaut, nur mit etwas schmaleren Sitzen. Die lange Version der "Dreamliner", von denen Singapore Airlines als Erstkundin bislang sechs erhalten hat, werden auf längeren Regionalstrecken eingesetzt - derzeit nach Perth und Osaka, künftig auch nach Bali.

Flotte und Bestellungen

Die Flotte der Singapore Airlines umfasst derzeit 112 Maschinen: 18 A380, 21 A330, 21 A350-900, 46 Boeing 777 und sechs Boeing 787-10. Bestellt sind 110 neue Flugzeuge - neben der letzten A380 sind das 46 A350-900, 43 Boeing 787-10 sowie 20 Boeing 777-9, die ab dem ersten Quartal 2022 in die Flotte kommen.

Für die fünf neuen A380 hat Singapore Airlines ihre fünf ältesten Riesen-Airbusse ausgeflottet. Sie werden mangels Nachfrage teilweise nicht von anderen Airlines übernommen, sondern zerlegt.

© AirTeamImages.com, Yatrik Sheth Lesen Sie auch: Erste A380-Jets werden jetzt zerlegt

Die Vereinheitlichung des Produkts ist auch Teil der neuen Strategie bei Singapore Airlines. Künftig soll es nur noch zwei Marken in der Gruppe geben. Während die Low-Cost-Carrier Scoot und Tigerair bereits vereinigt wurden, soll im kommenden Jahr der Regional-Flieger Silk Air bei der Muttergesellschaft integriert werden. Die Silk-Air-Flugzeuge werden dann auch mit neuen Sitzen ausgestattet.

Singapore Airlines ist als Partnerin der Lufthansa fest etabliert an deren Konzern-Hubs Frankfurt, München und Zürich. Hinzu kommt die 2017 gestartete Düsseldorf-Route. Deren Vermarktung sei immer noch "Work in Progress", so Sy Yen Chen – auch wenn ein Codeshare mit Eurowings für einige Zubringer sorgt.

Fortschritte seien aber zu erkennen: Im März hat Singapore Airlines in Düsseldorf einen vierten wöchentlichen Flug aufgelegt. "Und die Auslastung konnte gehalten werden."

Joint-Venture mit Lufthansa

Seit März 2017 betreiben Lufthansa und Singapore Airlines ein Joint-Venture für die Flüge zwischen Deutschland und Singapur. Lufthansa vermarktet außerdem die Weiterflüge nach Australien, Singapore Airllines im Gegenzug Lufthansa-Zubringer aus Deutschland und Europa. Die Kooperation wurde im Januar auf Swiss ausgeweitet.

Keine Kooperation gibt es dagegen auf den Transatlantikrouten. Mit den täglichen New-York-Flügen ab Frankfurt will Singapore Airlines durchaus eigene Akzente setzen. Light-Tarife ohne Gepäck, wie sie die Lufthansa Group und mehrere US-Carrier einführen, seien mit dem eigenen Anspruch als Fünf-Sterne-Airline nicht vereinbar, meint Tomasch. "Wir bieten bisher auch zweimal 23 Kilo Freigepäck, anders als die Lufthansa."

Abgesichert gegen steigende Ölpreise

Als Airline mit einem ausgeprägten Langstrecken-Portfolio ist Singapore Airlines besonders von den steigenden Ölpreisen betroffen. Doch bislang mache sich das nicht in den Finanzen bemerkbar, so Tomasch: "Wir haben für die nächsten zwei Jahre ordentlich gehedgt und können deshalb über einen längeren Zeitraum einen festen Preise kalkulieren."

© dpa, Andreas Gebert Lesen Sie auch: Airlines sichern sich beim Ölpreis ab

Sogar die längste Flugstrecke der Welt soll nicht nur bei niedrigen Ölpreisen funktionieren, versichert er. Ab 18. Oktober fliegt Singapore Airlines nonstop von Singapur nach New York - über eine Distanz von 16.700 Kilometern und eine Dauer von 18 Stunden und 45 Minuten. Die Route via Frankfurt bleibt erhalten.

Von: pra
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