Sicherheitspanne: Notfallplan des Airports Köln/Bonn im Netz einsehbar

21.04.2016 - 15:17 0 Kommentare

Laut einem Medienbericht stand er monatelang im Internet: der als vertraulich eingestufte Notfallplan des Airport Köln/Bonn. Inzwischen hat der Flughafen die Ursache dafür gefunden.

Eingang zum Flughafen Köln/Bonn. - © © dpa - Maja Hitij

Eingang zum Flughafen Köln/Bonn. © dpa /Maja Hitij

Am Flughafen Köln/Bonn ist es einem ZDF-Bericht zufolge zu einer schweren Sicherheitspanne gekommen: Auf der Website des Flughafens war seit November 2015 der gesamte, als vertraulich eingestufte Notfallplan des Airports öffentlich zugänglich. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte Köln/Bonn vor einigen Monaten als mögliches Anschlagsziel in Deutschland genannt.

Das mehr als 230 Seiten umfassende Dokument enthält nach ZDF-Informationen nicht nur Anweisungen für den Umgang mit Naturkatastrophen und Flugunfällen, sondern enthält auch detaillierte Anweisungen zum Umgang mit Bedrohungslagen wie Terroranschlägen, Bombendrohungen oder Geiselnahmen sowie genaue Beschreibungen von Sammelstellen für Passagiere in Notsituationen.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: EU-Tests decken Sicherheitsmängel am Airport Köln/Bonn auf

Die Betreibergesellschaft des aus einem zivilen und einem militärischen Teil bestehenden Flughafens entfernte den Notfallplan laut ZDF am Mittwochnachmittag aus dem Internet, nachdem sie von dem Sender zu dem Sachverhalt befragt wurde. Die Gesellschaft teilte dem Fernsehsender mit, der Flughafen Köln/Bonn verfüge über einen detaillierteren Notfallplan, der nur einem sehr kleinen Personenkreis zugänglich sei. Darüber hinaus gebe es einen Auszug aus diesem Notfallplan, der lediglich allgemeine Informationen beinhalte. Dieser Auszug sei öffentlich geworden.

Grund für die öffentliche Verfügbarkeit im Internet war "die fehlerhafte Anwendung des internen Redaktionssystems", teilte der Airport mit. Man habe sichergestellt, dass eine solche fehlerhafte Anwendung künftig ausgeschlossen sei. Der Flughafen lässt von einem unabhängigen Gutachter prüfen, ob der Notfallplan durch den zeitweisen öffentlichen Zugang überarbeitet werden muss. Analysiert würden außerdem IT-Prozesse, organisatorische Abläufe und Verantwortlichkeiten, hieß es.

Von: ch, AFP
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