Sicherheitsdienstleister beklagen Fehlplanung an Flughäfen

13.06.2018 - 16:56 0 Kommentare

Die Sicherheitskontrollen an deutschen Airports stehen in der Kritik. Nun kontern die Sicherheitsunternehmen: Schuld seien auch Platzmangel und eine kurzsichtige Planung durch die Auftraggeber.

Eine Mitarbeiterin des Sicherheitspersonals kontrolliert auf dem Flughafen in Düsseldorf das Handgepäck der Fluggäste.  - © © dpa - Roland Weihrauch

Eine Mitarbeiterin des Sicherheitspersonals kontrolliert auf dem Flughafen in Düsseldorf das Handgepäck der Fluggäste. © dpa /Roland Weihrauch

Die Luftsicherheitsunternehmen halten die Diskussion um ihre Arbeit an deutschen Flughäfen für verkürzt. Die langen Schlangen an den Sicherheitskontrollen hätten mehrere Ursachen, betonte der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) am Mittwoch in einer Stellungnahme. "Eine reine Schuldzuweisung zwischen den Akteuren ist nicht zielführend", sagte BDLS-Präsident Udo Hansen.

Die Dienstleister, die die Kontrollen im Auftrag der Bundespolizei durchführen, reagieren damit auf die Kritik an ihrer Personalplanung. Flughäfen und Airlines forderten wiederholt eine Reform und mehr Mitsprache bei der Organisation der Luftsicherheit.

© Michael Garvens Lesen Sie auch: Nur "Big Data" kann Flughafen-Security wirklich entlasten Gastbeitrag von Michael Garvens

Hansen verweist nun auf die Fehler der anderen Beteiligten: "Seit Jahren ist klar, dass die Zahl der Reisenden und damit die Zahl der zu kontrollierenden Personen massiv ansteigt. Hier hätten insbesondere die Auftraggeber für Sicherheitsdienstleistungen frühzeitig reagieren und die Verträge mit den Dienstleistern entsprechend anpassen müssen."

Durch die verfehlte Planung sei es aber versäumt worden, die Personalstärken und die Technik rechtzeitig an das gestiegene Passagieraufkommen anzupassen. Außerdem fehle es in den Terminals an Platz, um die Kontrollen optimal durchzuführen. Das zeige sich auch daran, dass viele Flughäfen nun die Zahl der Kontrollstellen erhöhen wollten.

"Eine Neustrukturierung ist dringend erforderlich, aber diese muss sinnvoll und effektiv gestaltet werden", erklärte Hansen. Es müssten alle Faktoren berücksichtigt werden, nicht nur die Organisation der Kontrollen.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: "Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit" Interview mit BDLS-Präsident Udo Hansen

Von: pra, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Sicherheitskontrolle an einem Flughafen Besserer Strahlenschutz an den Sicherheitskontrollen

    In Köln/Bonn und Düsseldorf überprüft jetzt der Dienstleister Kötter seine Sicherheitskontrollen erstmals mit Dosimetern. Damit soll der Schutz vor schädlicher Strahlung verbessert werden - vor allem auf Drängen der Mitarbeiter.

    Vom 01.06.2018
  • Mitabeiterin von Kötter Aviation Security. Wieder Ärger beim Sicherheitspersonal in Düsseldorf

    Der Sicherheitsdienstleister Kötter hat am Flughafen Düsseldorf weiter mit Personalproblemen zu kämpfen: Nun wurden die Pausenzeiten an den Kontrollen gekürzt - die Gewerkschaft Verdi schlägt Alarm wegen Überlastung der Mitarbeiter.

    Vom 20.04.2018
  •  Sicherheitskontrolle am Flughafen. Neue Sicherheitsstrecken in Frankfurt geplant

    Deutschlands größter Airport in Frankfurt baut an und installiert neue Kontrollspuren. Die ersten sollen noch im Mai in Betrieb gehen. Gleichzeitig kritisiert Fraport-Chef Schulte rechtliche Beschränkungen.

    Vom 25.05.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus