Flughafen Köln trennt sich von Sicherheitsfirma Kötter

10.04.2017 - 09:17 0 Kommentare

Der Security-Dienstleister Kötter soll Bescheinigungen über Fortbildungen ausgestellt haben, die so gar nicht stattfanden. Der Airport Köln/Bonn hat die Zusammenarbeit jetzt gekündigt. Auch das Unternehmen zieht Konsequenzen.

Ein Fluggastkontrolleur tastet einen Passagier mit einer Handsonde ab - © © dpa, O. Berg -

Ein Fluggastkontrolleur tastet einen Passagier mit einer Handsonde ab © dpa, O. Berg

Der Flughafen Köln/Bonn hatte sich nach Vorwürfen gegen den Sicherheitsdienst Kötter vorzeitig von dem Security-Dienstleister getrennt. Zuvor war der Vorwurf aufgekommen, Kötter habe Schulungsunterlagen manipuliert. Die Zusammenarbeit soll Ende Januar 2018 auslaufen. Für die Restlaufzeit vereinbarten die beiden Unternehmen zusätzliche Kontrollen und Überprüfungen. Der ursprüngliche Vertrag wäre noch bis 2021 gelaufen.

Unterdessen zog auch das betroffene Unternehmen personelle Konsequenzen. Das Unternehmen tauschte den zuständigen Geschäftsführer Airport und Aviation sowie den Niederlassungsleiter am Flughafen Köln/Bonn aus, wie das Unternehmen mitteilte. Fehlende Fortbildungen und gefälschte Bescheinigungen hatte das Unternehmen zuvor als unvertretbare Fehler und Versäumnisse bezeichnet, die aufgearbeitet werden müssten.

Neue Ausschreibung

Welche Firma die Nachfolge im Kölner Sicherheitsbereich antritt, ist noch offen. "Das wird ausgeschrieben", teilt der Flughafen auf Anfrage von airliners.de mit. Weiter will der Airport auch juristische Schritte gegen den Sicherheitsdienstleister einleiten und Strafanzeige stellen. 

Nach dem anonymen Hinweis einer Kötter-Mitarbeiterin hatten das NRW-Verkehrsministerium und die Bezirksregierung Düsseldorf die Vorgänge untersucht. Dabei waren nach Angaben des Ministeriums Unregelmäßigkeiten festgestellt worden: Kötter habe Bescheinigungen über Fortbildungen ausgestellt, die so gar nicht stattgefunden hätten. Bereits zuvor war es zu Problemen rund um die Sicherheitsdienstleistungen der Firma am Flughafen gekommen.

© dpa, Daniel Naupold Lesen Sie auch: Zu wenig Kontroll-Personal am Flughafen Düsseldorf

Von: cs, dpa
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