Sicherheit vor Fluglärmschutz: Flugrouten-Korrektur am BER

28.02.2017 - 08:41 0 Kommentare

Detailänderungen der Flugrouten am BER bringen für einige Anwohner zusätzlichen Lärm. Blankenfelde-Mahlow fordert nun eine Ausweitung des Nachtflugverbots. Dabei geht es der Flugsicherung um mehr Sicherheit.

Ein Passagierflugzeug fliegt in Berlin-Bohnsdorf während des Landeanfluges auf den Flughafen Schönefeld dicht über den Hausdächern. - © © dpa - Patrick Pleul

Ein Passagierflugzeug fliegt in Berlin-Bohnsdorf während des Landeanfluges auf den Flughafen Schönefeld dicht über den Hausdächern. © dpa /Patrick Pleul

Fünf Jahre nach Festlegung der heiß umkämpften Flugrouten am künftigen Hauptstadtflughafen BER gibt es leichte Korrekturen. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat nun angekündigt, von der nördlichen Startbahn abhebende Maschinen aus Sicherheitsgründen nicht sofort nach Süden abdrehen zu lassen.

Die Gefahr, dass nach Süden abdrehende Flugzeuge von der Nordbahn mit Flugzeuge zusammenstoßen, die parallel von der Südbahn operieren, sei zu groß. Die Maschinen sollen daher stets geradeaus fliegen. Damit führen im Westen mehr Flüge über Blankenfelde-Mahlow - die ohnehin schon am stärksten von Fluglärm betroffene Gemeinde am BER.

Neue Flugrouten führen zu mehr Lärm

Blankenfelde-Mahlows Bürermeister Ortwin Baier (SPD) forderte nun eine Ausweitung des Nachtflugverbots. Nachdem SPD und Linke nunmehr auch in Berlin regieren, sei es politisch möglich, ein Verbot "zumindest von 23 bis sechs Uhr" in die gemeinsame Landesplanung der beiden Länder aufzunehmen. Die Brandenburger Landesregierung müsse jetzt endlich zusammen mit Berlin handeln, "statt weiterhin nebulös und völlig ergebnislos von mehr Nachtruhe zu reden", so der Bürgermeister.

Wie aus DFS-Unterlagen für die Fluglärmkommission Schönefeld hervorgeht, steigt mit den neuen Flugrouten in der Tat die Zahl der Lärmbetroffenen, und zwar je nach Alternativroute von rund 15.000 auf 28.000 beziehungsweise von 25.000 auf knapp 40.000. Für die meisten betroffenen Haushalte liegt das Lärmniveau demnach bei 45 bis 55 Dezibel.

Ein sofortiges Abdrehen nach Süden sollte allerdings ohnehin nur in Ausnahmefällen gelten, führt die DFS aus: wenn die Südbahn gesperrt ist oder wenn der Pilot eine Einzelfallfreigabe vom Tower anfordert. Die Flugsicherung spricht deshalb von marginalen Änderungen am Flugrouten-Konzept.

© dpa, Bernd Settnik Lesen Sie auch: BER-Lärmkommission: Keine Einschränkung der Betriebszeiten

Bei der Sitzung der Schönefelder Fluglärmkommission am vergangenen Montag war klar geworden, dass es die viel diskutierten Lärmpausen durch Nutzung nur einer Start- und Landebahn am späten Abend und am frühen Morgen vorerst nicht geben wird. Weil das alte Schönefelder Terminal parallel zum BER offen bleiben soll, würde das die Rollwege für die Flugzeuge zu sehr verlängern. Bislang ist am BER ein Flugverbot von Mitternacht bis 5.00 Uhr vorgesehen, in den zwei Stunden davor und der Stunde danach gelten Einschränkungen.

Von: dh mit dpa
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